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Rückgang von Start-Ups: Gründerwüste Deutschland

2004 ging es wieder aufwärts, aber nur kurz: Seit fast 20 Jahren ist die Zahl der Unternehmensgründungen rückläufig. Gerade einmal 260.000 Firmen sind zuletzt entstanden, pro Kopf am meisten in Berlin und Hamburg.

Statista Gründungen

Bis auf ein kurzes Zwischenhoch 2004 geht die Zahl der Firmengründungen seit Jahren zurück

Es ist schon etwas her, dass aus kleinen, neuen deutschen Firmen große oder zumindest bekannte Unternehmen erwachsen sind. Der Online-Modehändler Zalando gehört dazu, ist aber auch schon acht Jahre alt. Den Ticket-Verkäufer Eventim gibt es 16 Jahre, den T-Shirt-Bedrucker Spreadshirt seit 2002. Die Start-Up- und Gründerszene in nimmt sich im Vergleich zur der in den USA bescheiden aus. Trotz TV-Präsenz wie in der "Höhle der Löwen", in der junge Unternehmer sich den strengen Blicken der Investoren stellen. Die eher maue Bilanz dürfte auch damit zu tun haben, dass die Zahl der Firmengründungen seit Jahren sinkt. Laut dem Institut für Mittelstandsforschung in Bonn wurden 2015 100.000 gewerbliche Unternehmen weniger gegründet als noch 2010. Waren es vor fünf Jahren noch knapp 380.000, lag die Zahl im vergangenen Jahr bei rund 265.000.

Gründer-Hauptstädte sind Berlin und Hamburg

Auch der Gründungsmonitor, eine Studie der KfW Bankengruppe, untersucht jährlich wie es um die Gründungstätigkeit im Land steht. Die meisten Gründer gibt es demnach in . Auf 1000 Erwerbsfähige kamen im letzten Jahr in der Hauptstadt 26 Gründer. Die Stadtstaaten profitieren als Ballungsräume allesamt bei der Gründungstätigkeit. In Hamburg sind es 25 Gründer, in Bremen immer noch 18, wie die Grafik von Statista zeigt.

Den dritten Platz sichert sich allerdings Hessen mit 23. Schlusslicht ist Sachsen-Anhalt: Hier gründeten nur sieben von 1000 Erwerbsfähigen. Laut der Studie liegt die anhaltend sinkende Quote für Gründungen in Deutschland vor allem an der guten Entwicklung am Arbeitsmarkt.