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Twitter-Spott: DHL bittet Nutzer um "Foto des Jahres" – doch die Marketing-Aktion geht nach hinten los

Der Paketzusteller DHL will mit einem kleinen Gewinnspiel auf Twitter zum Mitmachen animieren und nebenbei ein paar schöne, werbetaugliche Schnappschüsse erstellen lassen. Doch die Nutzer kapern die Marketing-Aktion.

Mit den Reaktionen auf ihre Twitter-Aktion scheint DHL nicht gerechnet zu haben

Mit den Reaktionen auf ihre Twitter-Aktion scheint DHL nicht gerechnet zu haben

AFP

Der Paketzusteller DHL hat sich mit einer Marketing-Aktion in die Nesseln gesetzt. Eigentlich wollte man mit dem Gewinnspiel "Foto des Jahres" nur ein paar werbetaugliche Schnappschüsse von den Kunden sammeln und im Gegenzug eine Kamera und ein paar Handtücher ausloben. Blöd für DHL nur, dass die Twitter-Nutzer die Aufforderung zum Einsenden der Fotos etwas anders auffassten. So waren unter dem vom Unternehmen ausgegebenen Hashtag zahlreiche werbeuntaugliche Bilder zu finden: Postautos, die Fahrradwege und Zebrastreifen versperren, zum Beispiel. Oder sehr lange Schlangen vor den Paketshops sowie völlig zerstört ausgelieferte Lieferungen.

DHL-Aktion geht nach hinten los

Die Social-Media-Abteilung der Deutschen Post bemüht sich teilweise darum, auf die Nutzer einzugehen. Natürlich müssten auch die Fahrer der DHL die Straßenverkehrsordnung achten, heißt es dort zum Beispiel. Und dass es ihnen leid täte, dass dies hier nicht geschehen sei. Tatsächlich sind in Paragraph 35 der StVO Ausnahmen etwa für Fahrzeuge von Postzustellern aufgelistet. Diese dürfen in Fußgängerzonen fahren und kurz in zweiter Reihe parken, um Briefkästen auszuleeren. Das Recht auf Radwegen oder Zebrastreifen zu parken, haben sie nicht.

Anbei eine kleine Auswahl der eingesandten Bilder:

 

  

   

  

  

Auf den Hinweis aus der Social-Media-Abteilung, DHL würde ihre Fahrer stets anhalten, sich an die StVO zu halten, kommentiert ein Nutzer: "Das Gegenteil ist der Fall. Rückendeckung von ganz oben." Dazu teilt er einen Ausschnitt aus einem Interview mit dem Post-Chef, der auf Radwegen parkende Mitarbeiter verteidigt. Diese würden versuchen, "unser Dienstleistungsversprechen zu erfüllen". 

 

Ein Hermes-Bote wirft ein Paket auf den Balkon.

Der Fotowettbewerb läuft übrigens noch bis zum 25. August. Laut DHL wird eine Jury das #DHLFanfoto 2019 küren. Anschließend soll es bei Twitter und Facebook veröffentlicht werden. Unter allen Einreichungen sollen dann eine Sofortbildkamera und drei DHL-Strandtücher verlost werden. Bleibt nur abzuwarten, ob DHL vielleicht sogar eines der zahlreichen kritischen Fotos zum Gewinner küren wird.

Quellen: DHL / Twitter / Gesetze im Netz

fin