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DIENSTLEISTER: Versicherer planen Terrorschaden-Versicherung

Statt eines Pools soll jetzt ein Spezialversicherer in Form einer Aktiengesellschaft kommen, der Schäden aus Anschlägen bis zu drei Milliarden Euro abdeckt.

Die deutschen Versicherer haben einem Zeitungsbericht zufolge ihr Modell für eine gemeinsame Terrorschadenversicherung gründlich überarbeitet. Statt eines Pools schlägt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft(GDV) jetzt einen Spezialversicherer in Form einer Aktiengesellschaft vor, der Schäden aus Anschlägen bis zu drei Milliarden Euro decken soll, berichtete die »Financial Times Deutschland«. Alle Schäden darüber hinaus soll der Staat tragen. Bei der Bundesregierung stößt das neue GDV-Modell auf wenig mehr Gegenliebe als die bisherigen Vorschläge, hieß es. Vor allem das Finanzministerium ist weiter gegen eine dauerhafte und unbegrenzte staatliche Verpflichtung gegenüber einem Versicherungs-Pool oder einer Versicherung-AG.

Einheitliches Vorgehen geplant

Das Finanzministerium lote indes auch Alternativen zur Zusammenarbeit mit den Versicherern aus. Ministerialbeamte sollen am Montag ein Gespräch mit Vertretern des Bundesverbandes der deutschen Industrie und der chemischen Industrie geführt haben. Wenn die Industrie mit einem schlüssigen Konzept kommt, könnte aber über eine staatliche Unterstützung nachgedacht werden - unter Ausschaltung der Assekuranz, hieß es angeblich bei den Gesprächen. Beim GDV wird aber einer eigenständigen Industrielösung wenig Chancen gegeben. In den nächsten Tagen wollen die Versicherer mit der Industrie sprechen, um ein einheitliches Auftreten gegenüber der Regierung zu vereinbaren.

Nach dem 11. September haben dem Bericht zufolge viele Versicherer Schäden aus Anschlägen aus ihren Policen ausgeschlossen. Viele Großbetriebe sind nun ohne Deckung für solche Risiken. Mitte Januar war bekannt geworden, dass der BASF-Konzern und andere Unternehmen die Möglichkeiten zur Gründung einer eigenen Rückversicherung prüfen.