Diskriminierende Werbung Diebische Polen sind nicht lustig


Werbespots müssen aufregen, um noch wahrgenommen zu werden, manchmal übertreiben sie es aber auch. Media Markt stoppt jetzt einen Spot, in dem polnische Fußballfans Media-Markt-Mitarbeiter bis auf die Unterhosen ausziehen.

Die Elektrofachmarkt-Kette Media Markt hat nach Protesten einen TV-Spot über Polen zurückgezogen und sich für die Werbung entschuldigt. Der Film zeigt, wie diebische polnische Fußballfans Mitarbeiter des Marktes so geschickt austricksen, bis die Deutschen ohne Hosen zurückbleiben. In dem Spot im Rahmen der WM-Werbekampagne "Bester Fanausrüster aller Zeiten" sei das "Klischee des diebischen Polen" überzeichnet worden, um es als ungerechtfertigtes Vorurteil zu entlarven, erklärte ein Media-Markt-Sprecher.

In Deutschland lebende Polen und Teile der polnischen Öffentlichkeit hätten den Spot als Beleidigung aufgefasst. "Wir bedauern dies zutiefst und möchten uns bei allen, die sich durch ihn beleidigt oder gar verletzt fühlen, aufrichtig und ausdrücklich entschuldigen". Auf Bitten der polnischen Media-Markt-Tochter werde die Ausstrahlung des Spots in TV und Radio sowie über das Internet sofort gestoppt. Die Elektrofachmarkt-Kette sei in zwölf europäischen Ländern aktiv und beschäftigte Menschen aus aller Welt.

Der Film bestätige Negativstereotypen, schrieb die Zeitung "Rzeczpospolita" am Dienstag unter der Überschrift "Polen als Diebe". "Das sollte man verbieten!" empörte sich die Boulevardzeitung "Super Express". Der Werbespot hatte in Polen einen Sturm der Empörung ausgelöst. In einem Protestbrief forderte auch die polnische Botschaft in Berlin einem Bericht der "Gazeta Wyborcza" zufolge ein Ende der "polnischen" Werbespots.

DPA DPA

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