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Radikale Steuerreform: Donald Trump will gigantische Steuersenkungen - vor allem für Leute wie ihn selbst

US-Präsident Donald Trump hat Pläne für massive Steuersenkungen vorgestellt. Profitieren würden vor allem Konzerne, Unternehmer und Gutverdiener. Und: Eine Steuer, die Trump persönlich hart trifft, soll komplett gestrichen werden.

Donald Trump

Donald Trump spricht in Indianapolis über seine Steuerpläne

Massive Steuerentlastungen waren eines der zentralen Wahlversprechen von , nun hat der US-Präsident seine Pläne vorgestellt. Und wie es sich für einen Trump-Plan gehört sind die Versprechungen: unglaublich teuer, schwierig umzusetzen und nicht besonders ehrlich. "Dies ist die richtige Steuersenkung zur richtigen Zeit. Wir werden alle erfolgreich sein und zusammen wachsen - als ein Team, ein Volk und eine amerikanische Familie", twitterte Trump am Mittwochabend.

Dem Volk verkauft Trump die Reform als eine Entlastung für die Mittelschicht. Doch profitieren würden nach Ansicht von New York Times und anderen Beobachtern vor allem Konzerne, Großunternehmer, Spitzenverdiener und Reiche.

Wieviel Steuern Donald Trump selbst, sein Clan und seine Firmen durch die Pläne sparen würden, lässt sich nicht berechnen, weil Trump sich nach wie vor weigert, seine Steuererklärung zu veröffentlichen. Aber die zentralen Steuervorhaben des Präsidenten Trump dürften auch dem Unternehmer und Privatmann Trump gut zupasskommen.

1. Spitzenverdiener zahlen weniger

Für die bundesweite Einkommensteuer soll es künftig nur noch drei Stufen geben - 12 Prozent, 25 Prozent und 35 Prozent. Bislang gibt es sieben Stufen zwischen 10 Prozent und 39,6 Prozent, zudem sollen zahlreiche Abschreibungsmöglichkeiten gestrichen werden. Die Trump-Regierung feiert das als Vereinfachung für alle. Die Sektkorken dürften aber vor allem bei den Spitzenverdienern knallen, denn sie müssen nur noch maximal 35 Prozent ihres Einkommens abgeben statt bisher 39,6 Prozent. Schlechtverdiener dagegen müssen nun mindestens 12 Prozent statt bisher 10 Prozent zahlen, wobei dies durch höhere Freibeträge ausgeglichen oder sogar überkompensiert werden soll.

2. Konzerne zahlen viel weniger

Die Körperschaftssteuer für Unternehmen soll dramatisch sinken - von maximal 35 Prozent auf 20 Prozent. Das sind zwar nicht ganz die von Trump im Wahlkampf versprochenen 15 Prozent, ist aber immer noch eine Steuerentlasung historischen Ausmaßes. Der Unternehmer im Weißen Haus erhofft sich dadurch einen massiven Schub für die Wirtschaft - und nimmt gigantische neue Staatsschulden in Kauf. 

3. Kleine und inhabergeführte Unternehmen zahlen weniger (aber nur die reichen)

Kleine und inhabergeführte Unternehmen zahlen in den keine Körperschaftssteuer, sondern ihren individuellen Einkommenssteuersatz auf den Gewinn der Firma. Statt die Firmenbesitzer progressiv nach Einkommen zu besteuern, will Trump eine Pauschale von 25 Prozent auf den Unternehmensgewinn einführen. Davon profitieren aber nur die Gutverdiener unter den Unternehmern, die bislang einen hohen Einkommensteuersatz zahlen müssen.

Inhabergeführt - und damit von der Entlastung betroffen - sind beispielsweise auch sehr große und sehr gut verdienende Anwaltskanzleien, was zu der absurden Situation führt, dass die Partner an der Spitze einer solchen "law firm" geringere Steuern zahlen müssten als ihre Angestellten. Übrigens: Auch zu Trumps Businessimperium gehören laut "Business Insider" jede Menge Firmen, die formal inhabergeführt und somit von der Entlastung betroffen sind.

4. Reiche, Immobilienbesitzer und Steuertrickser zahlen weniger

Eine Reihe von Steuern, die Trump persönlich besonders ärgern, sollen gleich ganz verschwinden. So will Trump Erbschaftssteuer, Immobiliensteuer und die sogenannte "Alternative Minimum Tax" abschaffen. Diese "alternative Minimumsteuer" verhindert, dass gewiefte Steuertrickser ihre Einkommensteuer durch unbegrenzte Abschreibungen auf nahezu Null herunterrechnen können. Wie eine geleakte Steuererklärung Trumps aus dem Jahr 2005 zeigt, hätte der jetzige Präsident ohne die "alternative minimum tax" damals sage und schreibe 31 Millionen Dollar weniger Steuern zahlen müssen.

Ob Trump seine Steuerpläne auf breiter Front umsetzen kann, ist mehr als ungewiss. Denn das Vorhaben ist unglaublich teuer und kann nicht ohne Zustimmung des Kongresses umgesetzt werden. Nach ersten Schätzungen des "Komitee für einen verantwortungsbewussten Haushalt" (CRFB) kosten die Steuersenkungen in den kommenden zehn Jahren 5,8 Billionen Dollar. Die prognostizierten Mehreinnahmen durch Steuererhöhungen liegen nur bei 3,6 Billionen. Ob sich die Mindereinnahmen von 2,2 Billionen Dollar durch erhöhtes Wachstum ausgleichen lassen, wie die Trump-Regierung verspricht, wird weithin bezweifelt. Derzeit betragen die Staatsschulden der USA rund 20 Billionen Dollar. 

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