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Eigenheimförderung: Kein Haus mit Riester

Bundessozialministerin Schmidt will die Eigenheimförderung im Rahmen der Riester-Rente abschaffen. Bei der geplanten Vereinfachung der privaten Zusatzrente soll auch das so genannte "Entnahmemodell" gekippt werden.

Bundessozialministerin Ulla Schmidt (SPD) will die Eigenheimförderung im Rahmen der Riester-Rente abschaffen. Bei der geplanten Vereinfachung der privaten Zusatzrente soll auch das so genannte "Entnahmemodell" gekippt werden. Danach können Riester-Sparer zwischen 10.000 und 50.000 Euro aus ihrem Guthaben entnehmen, wenn sie für sich eine Immobilie kaufen oder bauen wollen. Das komplizierte Verfahren, bei dem der Häuslebauer quasi bei sich selbst einen Kredit aufnimmt, war von Fachleuten als wenig praktikabel kritisiert worden. Die Baulobby allerdings hat bereits mit einer Kampagne gegen die Riester-Vereinfachung begonnen.

Neben der geplanten Streichung von Bausparprämie und Eigenheimzulage wäre das der dritte Schlag gegen die Häuslebauer-Branche. Das Entnahmemodell war nach einer langwierigen Kompromisssuche im Bundesrat in das Gesetz zur Riesterrente eingefügt worden - vor allem auf Drängen des sozialliberal regierten Rheinland-Pfalz.

Rente frühstens ab 60 Jahren auszahlen

Hintergrund der Pläne von Schmidt ist, dass bisher erst vier Millionen Riester-Verträge abgeschlossen wurden. Um die Zusatzrente populärerer zu machen, sollen nun die elf Zertifizierungskritieren verringert werden. Künftig sollen nur noch folgende Bedingungen gelten: Gefördert wird eine Alters-, Invaliditäts-, und Hinterbliebenenversorgung; die Rente darf frühstens ab 60 Jahren ausgezahlt werden; es müssen mindestens die eingezahlten Beiträge garantiert werden. Auch die Berechnung des minimalen Eigenbeitrags wird vereinfacht: künftig müssen mindestens 72 Euro im Jahr angespart werden. Vor allem durch einen Trick will das Sozialministerium den Verkauf von Riester-Policen ankurbeln: Versicherungsvertreter sollen ihre Provision nicht - wie heute vorgeschrieben - über zehn Jahre verteilt, sondern auf einen Schlag bekommen.

Lorenz Wolf-Doettinchem

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