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Energiekosten: Rohöl steigt auf Rekordpreis von 80 Dollar

Der US-Ölpreis ist ungeachtet der jüngsten Anhebung der Opec-Fördermengen erstmals über die Marke von 80 Dollar geklettert. Auch bei Heizöl und Autokraftstoffen wird sich die Preissteigerung bemerkbar machen.

Trotz der Entscheidung der OPEC für eine Erhöhung der Förderquote ist der Ölpreis am Mittwoch auf ein Allzeithoch geklettert. Am Mittwochnachmittag notierte US-Leichtöl mit Liefertermin Oktober an der New Yorker Rohstoffbörse zeitweise bei 80 Dollar pro Barrel (159 Liter). Der Preis fiel später auf 79,71 Dollar zurück, lag damit aber immer noch über der bisherigen Rekordmarke von 78,77 Dollar je Fass, die Anfang August erreicht worden war. Auch Sprit und Heizöl sind teurer geworden.

Das US-Energieministerium hatte zuvor am Mittwoch über einen überraschend großen Rückgang der Investitionen im Rohölbereich und eine Verringerung der Treibstoffvorräte und der Raffinerieaktivitäten berichtet. Dies führte trotz der OPEC-Entscheidung zu dem Preisanstieg beim Rohöl. Die Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC) hatte am Dienstag bei ihrer Sitzung in Wien beschlossen, die Fördermengen ab dem 1. November um 500.000 Barrel pro Tag zu erhöhen. Experten zeigten sich allerdings skeptisch, ob dies ausreicht, um die Märkte zu beruhigen. "Das ist nicht besonders viel und eher eine kosmetische Maßnahme", sagte die Sprecherin des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) in Hamburg, Barbara Meyer-Bukow.

Bereits in der vergangenen Woche hatte der Ölpreis um 2,66 Dollar angezogen. Fachleute erwarteten weitere Preissteigerungen bis zu 80 Dollar. Sie sehen eine weltweit hohe Nachfrage. Zudem steht die kalte Jahreszeit und damit die Heizöl-Saison bevor.

Die Rallye an den internationalen Rohölmärkten bekommen die Käufer von Heizöl in Deutschland besonders zu spüren. Derzeit liege der Preis mit etwa 64 Euro für 100 Liter auf einem Jahreshoch, sagte der Herausgeber des Hamburger Energie-Informationsdienstes (EID), Heino Elfert. Der EID empfehle darum, derzeit nur einen Teil des Tanks zu füllen und im Januar, wenn die Nachfrage geringer sei, zu möglicherweise günstigeren Preisen nachzukaufen.

Auch die Autofahrer in Deutschland müssen mit steigenden Spritpreisen klarkommen. Nach Berechnungen des ADAC vom Mittwoch kostete der Liter Superbenzin im Schnitt mit 1,367 Euro etwa 0,7 Cent mehr als in der Vorwoche. Diesel wurde um fast einen Cent teurer und kostet 1,179 Euro. Der Automobilclub hält dieses Niveau für zu hoch und rät Autofahrern zum Preisvergleich. Dies schone den Geldbeutel und fördere den Wettbewerb.

AP / AP