Erfolgsmodell A350 Auftragsflut für Airbus


Nach langem Zögern der verunsicherten Kunden kommt der Verkauf des neuen Airbus-Langstreckenjets A350 jetzt in Schwung: Nicht nur die arabische Quatar Airways kündigt eine Order an, auch die russische Fluggesellschaft Aeroflot will kaufen.

Für Airbus ist nach der langen Auftrags-Durststrecke wieder Licht am Ende des Tunnels: Die arabische Fluggesellschaft Qatar Airways kündigte am Donnerstag den Kauf von 80 A350 XWB im Juni an. Außerdem will Qatar zwei Super-Airbusse A380 erwerben. Die russische Aeroflot will 22 Stück des A350 XWB sowie zehn bis 15 Flugzeuge des schneller verfügbaren Vorgängers A330 kaufen. Airbus fährt deshalb die A330-Fertigung hoch. Der Airbus A350 XWB mit 270 bis 350 Plätzen wird zum Listenpreis von 215 Millionen Dollar angeboten. Die Fluggesellschaften können jedoch mit Rabatten rechnen, weil das neue Langstreckenflugzeug erst ab 2013 bereit steht und damit fünf Jahre später kommt als das Konkurrenzmodell 787 von Boeing.

Gnadenfrist für A330

Allerdings ist die 787-Fertigung bereits bis 2013 ausverkauft. Airbus findet daher auch noch Kunden für den im Betrieb teureren Airbus A330. So kann Aeroflot nach den Worten des Konzernchefs Waleri Okulow bei einer Bestellung im Frühjahr seine ersten A330 bereits im vierten Quartal 2008 erhalten. Auch die Finnair hatte vergangene Woche neben zwei A350 XWB zur Lieferung ab 2014 noch sechs A330 und A340 bestellt, weil die früher zur Verfügung stehen.

Aeroflot wolle die Kaufverträge mit Airbus "in den kommenden Wochen" unterzeichnen, sagte Okulow. Verhandlungen mit Boeing über die 787 hätten sich festgefahren. Beobachter hatten mit dem Zuschlag für Airbus gerechnet, da Russland die Hilfe des Airbus-Mutterkonzerns EADS bei der Modernisierung seiner Flugzeugindustrie sucht. Die russische Staatsbank VTB hält gut fünf Prozent des EADS-Kapitals.

Qatar will Mitte 2007 unterzeichnen

Qatar Airways wird mit der geplanten Bestellung größter Startkunde des A350 XWB. "Wir sind kurz vor der Unterzeichnung einer Absichtserklärung und werden den Vertrag Mitte 2007 unterschreiben", sagte Konzernchef Akbar Al Baker der "Financial Times". Die Fluggesellschaft aus dem Emirat Katar hatte bereits 2005 eine Vorvereinbarung zum Kauf von 60 A350 vereinbart. Das zunächst als Weiterentwicklung der A330 geplante Modell musste nach Kundenkritik aber völlig überarbeitet und als A350 XWB neu aufgelegt werden. Die Entwicklung wurde dadurch mit zehn Milliarden Euro doppelt so teuer und das Flugzeug kommt mehrere Jahre später als geplant.

Die hohe Nachfrage nach Langstreckenflugzeugen verschafft den alternden Airbus-Modellen A330 und A340 (für 253 bis 440 Passagiere) eine "Gnadenfrist". Airbus will ihre Fertigung sogar bis Anfang 2008 von sieben auf acht Maschinen im Monat hochfahren. Für Mitte 2009 sind neun Flugzeuge je Monat geplant. Der Airbus A300 steht dagegen vor dem Aus. Ende Juli 2007 soll die Fertigung des ersten zweistrahligen Großraumflugzeugs der Welt eingestellt werden.

DPA DPA

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