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Erneute Rückrufaktion: Gefährliches Spielzeug aus Fernost

Für den US-Konzern Mattel ist es ein Desaster, für die chinesischen Zulieferer eine Katastrophe: Am Dienstag hat der Spielzeug-Gigant erneut Millionen von Spielzeug-Artikeln aus chinesischer Produktion wegen gefährlicher Mängel zurückgerufen. Die Behörden in China reagieren hektisch, ein Manager hat bereits Selbstmord begangen.

Für den weltgrößten Spielzeughersteller Mattel ist es ein Desaster. Der Konzern muss erneut bleibelastete Spielwaren aus China zurückrufen. Wie die Chefin der US-Behörde für Konsumenten-Sicherheit (CPSC), Nancy Norde, am Dienstag in Washington mitteilte, sind allein in den USA über neun Millionen Spielzeuge von dem Rückruf betroffen. Nach Angaben des Unternehmens befinden sich unter den mutmaßlich gefährlichen Spielzeugen Spielzeugautos, Puppen und Kunststoff-Figuren. 7,3 Millionen Puppen und Spielfiguren enthalten laut Mattel einen Magneten, der von Kindern verschluckt werden kann, und 1,5 Millionen Spielzeugautos sind mit bleihaltiger Farbe bemalt, die die zulässigen Grenzwerte überschreitet. Auch in Deutschland sind Anfang August gesundheitsgefährdende Spielwaren zurückgerufen worden.

In Deutschland war Fisher-Price betroffen

Was auf den ersten Blick niedlich klingt, hat das Zeug, China erheblich in Verruf zu bringen. Denn plötzlich steht die Frage im Raum, wie es eigentlich um die Qualitätsstandards im Reich der Billigstproduzenten bestellt ist. Was für Gefahren gehen aus von einem Produkt "Made in China"? Vor rund zwei Wochen hatte Mattel bereits 1,5 Millionen Spielzeuge wegen eines zu hohen Bleigehalts zurückrufen müssen, darunter populäre Spielfiguren wie "Big Bird" (Bibo) und "Elmo" aus der "Sesamstraße". In Deutschland war ein Produkt von Fisher-Price betroffen. Neben Mattel musste auch der US-Konzern RC2 Spielzeug wegen des zu hohen Bleigehalts zurückrufen. 80 Prozent der weltweit verkauften Spielzeuge stammen aus China.

Behörden verschärfen Sicherheitsregeln

Wie brisant schon die erste Rückrufaktion vor zwei Wochen für die Chinesen war, konnte bereits unschwer an den Reaktionen in China abgelesen werden. Laut einem Bericht der "Financial Times" haben etwa die Behörden in der chinesischen Provinz Guandong bereits Anfang August verschärfte Sicherheitsstandards erlassen. Diese sollen laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" sogar schärfer sein als die entsprechenden Vorgaben der Europäischen Union. Erst am Mittwoch war zudem bekannt geworden, dass sich auch ein Manager jener Firma umgebracht hat, die für Mattel die Spielzeuge herstellt.

"Sichere und spaßige Spielzeug

Die US-Verbraucherschutzkommission (CPSC) erklärte, bislang sei niemand zu Schaden gekommen. "Die Bandbreite dieser Rückrufe ist bewusst groß, um jegliche Verletzungen zu verhindern", hieß es am Dienstag. In einer Zeitungsannonce in der "New York Times" warb der Konzern am Dienstag um Vertrauen: Mattel arbeite sehr hart daran, "weiterhin sichere und spaßige Spielzeuge" für die Kunden herzustellen.

fgüs, AP, Reuters / AP / Reuters
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