Noch Ende Januar – bei der Eröffnung der Nürnberger Spielwarenmesse – war Playmobil-Vorstand Bahri Kurter optimistisch: Einige Indikatoren sprächen dafür, dass die Trendwende nach schwierigen Jahren endlich geschafft sei.
Playmobil-Figuren hatten in der letzten Zeit nach Angaben von Kurter an Relevanz bei den Kindern verloren. Der Playmobil-Hersteller Horst Brandstätter Group büßte demzufolge in den vergangenen Jahren mehr als ein Drittel seines Umsatzes ein.
Eine Neuausrichtung der Marke und Innovationen, die neue Zielgruppen ansprechen, sollten das Unternehmen wieder auf Wachstumskurs bringen. Die Transformation sei noch nicht abgeschlossen, mache aber gute Fortschritte, sagte Kurter.
Einziges Playmobil-Werk in Deutschland schließt
Eine Maßnahme teilte das Unternehmen nun in einer Pressemitteilung mit: "Die Unternehmensgruppe plant, die Produktion der Marke Playmobil vom Standort Dietenhofen auf andere Werke im bestehenden Produktionsnetzwerk zu verlagern." Mit dieser Maßnahme reagiere das Unternehmen auf den zunehmenden Kostendruck in Deutschland. Ziel sei es, Effizienzpotenziale zu heben und Synergien innerhalb des Konzerns zu nutzen.
Der Standort Dietenhofen befindet sich in Bayern und ist das einzige deutsche Werk des Spielzeugherstellers. Weitere Produktionsstätten betreibt Playmobil in Spanien, Tschechien und Malta. An welche Standorte die Produktion aus Dietenhofen verlagert werden soll, teilte das Unternehmen nicht mit.
Von der Produktionsverlagerung seien rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Dietenhofen betroffen, heißt es in der Pressemitteilung. Die Produktionsverlagerung solle bis Ende Juni abgeschlossen sein.