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Es ging um zwei Päckchen: Aldi gibt im Streit um ranzige Butter klein bei

Weil eine Aldi-Kundin genau wissen wollte, was mit ihrer verdorbenen Butter tatsächlich los war, wagte die Frau den Rechtsstreit mit dem Discounter. Aldi lenkt ein - und übernimmt die Gerichtskosten.

Im Streit um zwei Päckchen ranzige Butter hat der Discounter Aldi Nord im letzten Moment eingelenkt. Das Unternehmen habe der betroffenen Kundin einen geforderten Prüfbericht am Vorabend eines für den Freitag angesetzten Gerichtstermins ausgehändigt, berichtete der Anwalt der Kundin Cornelius Knappmann-Korn. Der Termin hatte eigentlich vor dem Amtsgericht in Neumünster stattfinden sollen. Inzwischen gab Aldi zudem bekannt, freiwillig die Gerichtskosten zu übernehmen.

Nach dem Kauf der offensichtlich verdorbenen Butter habe seine Mandantin wissen wollen, was mit Speisefett tatsächlich losgewesen sei. Aldi habe der Frau jedoch zunächst den Einblick in die Ergebnisse der von dem Unternehmen durchgeführten Laboranalysen der irischen Butter verweigert. Stattdessen sei die Frau mit einem Präsent abgefertigt worden. Wegen der Bedeutung des Falls für den Verbraucherschutz hatte die Verbraucherorganisation Foodwatch nach eigenen Angaben die Kosten für den Rechtsstreit der Frau übernommen.

Foodwatch hatte auf ein Grundsatzurteil gehofft

Der Discounter hatte zuvor in einer Mitteilung darauf hingewiesen, dass das Unternehmen nicht verpflichtet sei, Verbrauchern Laboruntersuchungen zugänglich zu machen. Aldi versicherte, dass die Gesundheit der Kunden zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen sei. Das Unternehmen habe in Zusammenarbeit mit seinen Lieferanten unverzüglich alle erforderlichen Maßnahmen ergriffen, um die betroffenen Partien aus dem Verkauf zu nehmen und künftige Qualitätsprobleme auszuschließen.

Eigentlich hatten sich die Klägerin und Foodwatch ein Grundsatzurteil zu den Informationsrechten der Verbraucher bei verdorbenen Waren erhofft. Diese Frage bleibe nun offen, da das Gericht mit der Kostenübernahme durch Aldi nicht mehr in der Sache habe entscheiden müssen, sagte ein Sprecher von Foodwatch.

anb/DPA / DPA