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Expansionspläne: Rewe will 25.000 neue Stellen schaffen

Erst Edeka, jetzt Rewe: Die Supermarktkette sieht trotz der Finanzkrise gute Chancen für den Einzelhandel und hat angekündigt allein in Deutschland 750 zusätzliche Filialen zu schaffen. Dafür suche der Konzern "händeringend gute Mitarbeiter".

Trotz der Finanzkrise will Deutschlands zweitgrößter Lebensmittelhändler Rewe 25.000 neue Arbeitsplätze auf dem Heimatmarkt schaffen. Der Handelsriese plane bis Ende 2013 die Eröffnung von rund 750 neuen Filialen zwischen Kiel und Garmisch-Partenkirchen, sagte Rewe-Chef Alain Caparros der "Welt". Europaweit soll die Zahl der neuen Mitarbeiter sogar um fast 82.000 Beschäftigte steigen.

Die Kölner Handelsgruppe steht damit nicht allein. Der große Konkurrent Edeka hatte in dieser Woche ebenfalls angekündigt, 25.000 neuen Jobs zu schaffen. Hier soll der Stellenaufbau sogar noch schneller - nämlich bis Ende 2010 - erfolgen. Jedes Jahr will die Handelskette rund 350 neue Läden eröffnen.

"Der Handel ist ein Jobmotor"

"Wir suchen händeringend gute Mitarbeiter", sagte Rewe-Chef Caparros. "Der Handel ist ein Jobmotor." Der Manager betonte, die Finanzkrise habe die Geschäfte der Handelskette bisher noch nicht erreicht. "In allen unseren Geschäftsfeldern laufen wir in oder über unserem Planungskorridor." Zwar würden beim Konsum derzeit Entscheidungen wie ein Autokauf erst einmal hinten angestellt. Doch sei Rewe davon nicht betroffen. "Der klassische Lebensmittelhandel wird geradeaus laufen."

Caparros warnte die Branche gleichzeitig vor Schwarzmalereien. Wer jetzt Öl ins Feuer gieße, dürfe sich nicht wundern, wenn die Krise noch länger dauere. Der Chef der Handelsgruppe Tengelmann, Karl-Erivan Haub, hatte seiner Branche das schlechteste Weihnachtsgeschäft seit vielen Jahren und eine Welle von Firmenpleiten vorausgesagt.

Caparros meinte dagegen: "Firmen, die in den kommenden zwei Jahren 'sterben', sterben nicht an der Finanzkrise, sondern weil sie vorher schon krank waren." Er kündigte an, Rewe werde "auf Spur bleiben, was unser Investitionsverhalten angeht. Sparprogramme in der Krise kommen immer zu spät. Meine Devise ist: Man muss sein Schiff schon bei strahlendem Sonnenschein immer wetterfest halten." Ein Konjunkturprogramm lehnte der Manager ab.

AP / AP