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Fernsehkonzern: ProSiebenSat.1 denkt über Verkauf von N24 nach

Der größte deutsche Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 sieht die Talsohle am Werbemarkt durchschritten und prüft den Verkauf der Tochter N24.

Der größte deutsche Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 sieht die Talsohle am Werbemarkt durchschritten und prüft den Verkauf der Tochter N24. "Wir spüren im vierten Quartal eine leichte Belebung", sagte Vorstandschef Thomas Ebeling der "Süddeutschen Zeitung" laut Vorabmeldung. Dies werde dazu führen, dass die Prognosen für das Gesamtjahr "nicht mehr ganz so düster sind wie noch vor kurzem".

Insbesondere das derzeit laufende vierte Quartal entwickle sich überraschend gut. "Wir rechnen im vierten Quartal auf der Umsatzseite mit einer Verbesserung gegenüber den ersten drei Quartalen", sagte Ebeling, der seit März Konzernchef ist. Es sei nicht ausgeschlossen, dass der Konzern in den letzten drei Monaten 2009 im deutschen Geschäft wieder das Umsatz-Niveau des Vorjahres erreiche.

Ebeling bestätigte, dass ein Verkauf des Berliner Nachrichtensenders N 24 im Gespräch ist. "Wir prüfen alles, wobei Schließen im Moment nicht zur Debatte steht. Aber ein Verkauf gehört dazu, auch eine Optimierung der derzeitigen Form von N24 bis hin zu einer völligen inhaltlichen Neuausrichtung", wurde er zitiert.

Der 50-jährige begründete die Umbaupläne mit wirtschaftlichen Problemen bei N24. Imageprobleme durch ein Abstoßen von N24 erwartet er nach eigenen Worten nicht: "Nachrichten sind vielleicht für das Image bei Politikern wichtig, aber nicht unbedingt bei allen Zuschauern. Der Durchschnittszuschauer wird nicht verzweifeln, falls es bei N24 Veränderungen geben sollte."

Auf Sat.1, ProSieben und Kabel 1 solle es auch künftig Nachrichten geben, erklärte er. Derzeit werden die Sender von N24 beliefert. Das bei N24 frei werdende Geld solle in andere TV-Produktionen des Konzerns gesteckt werden: Ebeling nannte das Wissensmagazin Galileo, Sendungen wie Stefan Raab zur Bundestagswahl oder spezielle Reportagen.

AP / AP