Finanzkrise Briten erwarten 2,8 Billionen Dollar Verlust


Der Umgang mit astronomischen Summen ist während der Finanzkrise schon fast Normalität geworden. So hatte der IWF Anfang Oktober einen weltweiten Schaden durch die Krise von gewaltigen 1,4 Billionen Dollar vorhergesagt. Die britische Notenbank befürchtet sogar doppelt so hohe Verluste.

Die britische Notenbank rechnet wegen der Finanzkrise weltweit mit Verlusten von rund 2,8 Billionen Dollar. Das geht aus dem am Dienstag in London veröffentlichten Finanzstabilitätsbericht der Bank von England hervor. Die Prognose der britischen Währungshüter ist damit noch deutlich düsterer als die des Internationalen Währungsfonds. Der IWF hatte Anfang Oktober Verluste in der Finanzbranche im globalen Maßstab von 1,4 Billionen Dollar vorhergesagt. Seitdem hat sich die Lage an den Aktien- und Devisenmärkten nochmals dramatisch zugespitzt.

Die Bank von England hofft ungeachtet ihres negativen Ausblicks jedoch auf eine Beruhigung der Lage in den kommenden Monaten. "Die außergewöhnlichen Maßnahmen von Regierungen und Notenbanken sollten helfen, das Bankensystem zu stabilisieren", heißt es in dem halbjährlichen Bericht. "Während es nach wie vor Risiken im Finanzsystem gibt, war die kurzfristige Reaktion auf die Maßnahmen positiv."

Notenbank-Vize John Gieve mahnte am Dienstag in London, wegen der sich abzeichnenden globalen Rezession bleibe aber natürlich auch die Lage des Finanzsektors für längere Zeit unsicher. Die derzeitige Krise sei in Umfang und Tiefe beinahe einmalig. "Die Instabilität des Weltfinanzsystems in den vergangenen Wochen war so schwer, wie wir es noch nie zu unseren Lebzeiten gesehen haben."

Rettungspakete für angeschlagene Banken und Zinssenkungen durch diverse Notenbanken in aller Welt würden zwar dazu beitragen, das Finanzsystem zu stabilisieren. "Die zuständigen Behörden weltweit müssen aber wachsam bleiben und jederzeit bereit sein, falls nötig erneut entsprechende Schritte zu unternehmen", meinte Gieve.

Die britische Notenbank entscheidet am Donnerstag kommender Woche über den Leitzins. Experten rechnen damit, dass dieser abermals deutlich sinken wird, da die Zentralbank-Spitze und die Regierung die Wirtschaft wetterfest für die heraufziehende Rezession machen wollen. Am selben Tag berät auch der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt über die Zinsen. Nach entsprechend unverholenen Andeutungen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet zu Wochenbeginn rechnen mittlerweile alle Beobachter auch in der Euro-Zone mit einer erneuten Zinssenkung. Den Auftakt für eine neue Runde sinkender Leitzinsen weltweit dürfte aber am Mittwoch bereits die US-Notenbank Federal Reserve machen.

Die großen internationalen Zentralbanken hatten zuletzt Anfang Oktober ihre Kräfte gebündelt und im Kampf gegen Finanzkrise und Rezession die Leitzinsen in den wichtigsten Volkswirtschaften gekappt.

Reuters Reuters

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