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Finanzkrise: Dow Jones schließt nur leicht im Minus

Leichtes Aufatmen in New York: Im Gegensatz zu den vergangenen Handelstagen ist der Leitindex Dow Jones nur mit geringen Verlusten aus dem Handel gegangen. Der Index der Technologiebörse Nasdaq schloss sogar etwas im Plus. Zuvor hatte die US-Börse eine dramatische Berg- und Talfahrt erlebt.

In der Hoffnung auf ein entschlossenes Handeln der G7-Staaten haben sich die US-Börsen am Freitag von ihrem Sturz ins Bodenlose erholt. Die Händler erwarteten ein klares Signal der Industrieländer zur Auflockerung der Kreditklemme. Zum Ende einer der schwärzesten Wochen der Wall-Street-Geschichte schlossen der Dow Jones und der S&P im Vergleich zu den Vortagesverlusten nur mit leichten Abschlägen, nachdem sie kurzfristig sogar deutlich ins Plus gedreht hatten. Der Nasdaq rettete seine Zugewinne in das Wochenende. "Wir steigen ein, weil wir darüber spekulieren, was die G7 über das Wochenende beschließen wird", sagte ein Händler.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor zum Wochenausklang 1,5 Prozent auf 8451 Punkte. Zu Börsenbeginn lag er zeitweise noch unter 8000 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 rutschte um 1,2 Prozent auf 899 Zähler ab und blieb damit unter der psychologisch wichtigen Marke von 900 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbuchte dagegen ein Plus von 0,3 Prozent auf 1649 Punkte. Im Wochenverlauf verlor der Dow 18 Prozent, der S&P ebenfalls 18 Prozent und der Nasdaq 15,3 Prozent.

In Frankfurt hatte sich zum Wochenschluss der freie Fall des Leitindex beschleunigt. Der Dax ging sieben Prozent tiefer mit 4544 Punkten aus dem Handel und endete auf dem tiefsten Stand seit rund drei Jahren.

Über weite Strecken des Handelstages herrschte blanke Verzweiflung: "Es ist eine Katastrophe. Alles ist viel schlimmer, als wir gedacht haben", sagte Dave Rovelli von Canaccord Adams.

Bei den Einzelwerten brachen die Aktien der Bank Morgan Stanley um mehr als 22 Prozent ein, die der Rivalin Goldman Sachs um mehr als zwölf Prozent. Die Ratingagentur Moody's hatte zuvor gewarnt, dass sie die Bonitätsbewertungen für die beiden Kreditinstitute senken könnte. Investoren fürchteten, dass beide Banken dadurch weitere Probleme bei der Beschaffung von frischem Kapital bekommen könnten. Die Aktien von Bank of America, Citigroup und Wells Fargo gingen dagegen mit Aufschlägen aus dem Handel.

Zu den großen Verlierern gehörten Energiewerte. Der Preis für ein Fass (159 Liter) US-Leichtöl der Sorte WTI fiel zeitweise unter 79 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit mehr einem Jahr. Händler werteten dies als Zeichen dafür, dass eine abschwächende Weltwirtschaft die Öl-Nachfrage weiter bremst. Aktien von Exxon verloren 8,3 Prozent, die von Chevron 9,7 Prozent.

Das Industrieschwergewicht General Electric konnte sich dem Abwärtssog entziehen. Die Aktien verteuerten sich um 13 Prozent, nachdem der Mischkonzern mit seinem Quartalsergebnis die Markterwartungen erfüllt hatte. Der Überschuss ging allerdings wegen der Finanzkrise um 22 Prozent auf 4,3 Milliarden Dollar zurück.

Auch die Titel des angeschlagenen US-Autobauers General Motors beendeten ihre Talfahrt. Der Konzern lehnte Gläubigerschutz als Weg aus der wirtschaftlichen Misere ab. Die Aktien erholten sich von ihrem tiefsten Fall seit fast 60 Jahren und legten 2,7 Prozent zu.

Reuters / Reuters