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Deutscher Leitindex Welche Krise? Der Dax knackt die Marke von 16.000 Punkten – das steckt dahinter

Ein Börsenhändler geht im Handelssaal der Frankfurter Wertpapierbörse an der Tafel mit der Dax-Kurve vorbei
Ein Börsenhändler geht im Handelssaal der Frankfurter Wertpapierbörse an der Tafel mit der Dax-Kurve vorbei, unter der die Information "Erstmals 16 000 Punkte DAX" angezeigt wird
© Arne Dedert / DPA
An der Börse geht es dank des globalen Wirtschaftsaufschwungs weiter aufwärts. Der deutsche Leitindex Dax hat die nächste Tausendermarke erreicht. Auch Sorgen vor höheren Inflationsraten und steigenden Corona-Zahlen bremsen die Aktienmärkte vorerst nicht.

Die kräftige Erholung der Weltkonjunktur treibt die Aktienmärkte weiter nach oben: Der deutsche Leitindex Dax hat am Freitag erstmals die Marke von 16.000 Punkten übertroffen. Am Vormittag stieg er bis auf 16.030,33 Punkte, ein Plus von 0,58 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Erst Ende März hatte der Dax die Marke von 15.000 Punkten überschritten, am 7. Januar hatte er die Hürde von 14.000 Punkten genommen. Seit Jahresbeginn hat das Börsenbarometer damit fast 17 Prozent hinzugewonnen.

Experten führen den jüngsten Schub vor allem auf die nachlassende Sorge vor höheren Leitzinsen in den USA zurück. Am US-Aktienmarkt hatten sich die führenden Aktienindizes Dow Jones und S&P 500 auf Rekordniveau gehalten.

Aus zahlreichen Branchen kamen in den vergangenen Wochen positive Konjunktursignale, und es mehrten sich Anzeichen für eine globale Wirtschaftserholung. Quartalsbilanzen vieler Unternehmen wiesen zuletzt zumeist steigende Umsätze und Gewinne aus, die Zahl der Arbeitslosen in Industriestaaten sinkt wieder. Rückenwind gab es zuletzt auch von den am Mittwoch veröffentlichten US-Inflationsdaten.

Sorgen bereiten aber weiterhin Lieferengpässe bei Rohstoffen, fehlender Nachschub etwa bei Computerchips und nicht zuletzt die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus.

Der Dax lässt sich vorerst nicht ausbremsen

Unterstützt wird der Aufwärtstrend an den Börsen von dem nach wie vor sehr niedrigen Zinsniveau und umfangreichen Anleihekäufen der Notenbanken. Obwohl die Inflationsraten zuletzt in Europa und den USA deutlich gestiegen sind, wollen die Zentralbanken vorerst nicht von ihrem Kurs des billigen Geldes abgehen.

Die Sorgen der Anleger vor einer noch stärker steigenden US-Inflation hatten sich in dieser Woche nicht bestätigt. Zwar war die Teuerung in den USA im Juli mit 5,4 Prozent im Jahresvergleich weiterhin hoch, sie hat sich aber nicht beschleunigt.

Ein anhaltend sehr hohes Inflationsniveau in den USA könnte die Spekulation auf einen Ausstieg der US-Notenbank Federal Reserve aus ihrer extrem lockeren Geldpolitik verstärken. Dies kann sich nachteilig für den Aktienmarkt auswirken, weil andere Anlageklassen dann wieder attraktiver werden.

In Deutschland lag die Jahresteuerungsrate im Juli bei 3,8 Prozent. Hierbei spielte auch eine Rolle, dass der Bund die Mehrwertsteuer befristet vom 1. Juli 2020 bis zum 31. Dezember 2020 gesenkt hatte. Seit Januar 2021 gelten wieder die regulären Mehrwertsteuersätze, Waren und Dienstleistungen werden also tendenziell wieder teuer.

Im Juli stiegen die Verkaufspreise im deutschen Großhandel um 11,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat – so stark wie seit der Ölkrise 1974 nicht mehr. Erze, Metall, Holz und Mineralölerzeugnisse waren die stärksten Preistreiber, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.

fs DPA

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