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Finanzkrise Ein Funke Hoffnung für Lehman-Opfer

Noch im Krisenjahr 2008 hatte Standard & Poors die Investmentbank Lehman Brothers gut bewertet. Deutsche Anleger kauften daraufhin Lehman-Papiere und verloren viel Geld. Ein Frankfurter Gericht hat nun erstmals eine Klage gegen die Ratingagentur zugelassen.

Das Oberlandesgerichts Frankfurt am Main (OLG) hat erstmals eine Schadenersatzklage eines deutschen Anlegers gegen die US-Ratingagentur Standard & Poor's wegen der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers zugelassen. Nun muss sich das Landgericht Frankfurt in erster Instanz mit der Klage befassen. Das teilte die Kanzlei für Wirtschafts- und Anlagerecht (KWAG) in Köln mit. Die Entscheidung stärkt auch die Position anderer deutscher Lehman-Geschädigter.

Der von der KWAG vertretene Kläger fordert Schadensersatz in Höhe von 30.000 Euro, die er im Mai 2008 in Lehman-Zertifikate investiert hatte. Er hatte sich auf ein gutes Rating verlassen, das Standard & Poor's dem Geldhaus trotz sich bereits abzeichnender Probleme ausgestellt hatte. Im September 2008 meldete Lehman Brothers Insolvenz an.

In erster Instanz war die Klage noch erfolglos, weil das Landgericht (LG) Frankfurt sich für unzuständig erklärt. Nun müssen die Richter auch inhaltlich prüfen, ob die Investoren ihr Geld zurück erhalten. Wegen der Entscheidung des OLG Frankfurt könne nun "praktisch jeder Investor, der sich bei Wertpapierkäufen auf die von S & P vergebenen Bonitätsnoten verlassen und dabei Verluste erlitten hat, die Ratingagentur auf Schadenersatz verklagen", hieß es aus der Kanzlei. Über Erfolg und Misserfolg dieser Klagen sagt das OLG-Urteil jedoch noch nichts aus.

iml

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