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Flächendeckender Service bis 2016: Deutsche Post DHL plant Versandangebot für Lebensmittel

Die Deutsche Post DHL will bis 2016 ein flächendeckendes Versandangebot für den Lebensmittel-Onlinehandel aufbauen. Das Interesse der Deutschen, Nahrungsmittel im Netz zu kaufen, ist jedoch gering.

Die Deutsche Post DHL hat bekannt gegeben, dass sie in den kommenden vier Jahren ein flächendeckendes Versandangebot für den Lebensmittelhandel erstellen will. "In drei bis vier Jahren sollte ein bundesweit flächendeckender Service machbar sein", sagte Unternehmenschef Andrej Busch der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Mittwoch. Pilotprojekte von DHL entwickelten sich "sehr erfreulich", sie zeigten, dass Kunden gegenüber dem Versandhandel von Lebensmitteln aufgeschlossen seien.

Anfängliche Zweifel wichen in vielen Fällen Begeisterung, "weil die Kunden schon bald feststellen, wie bequem diese Art des Einkaufens ist", sagte Busch der Zeitung. Die logistischen Herausforderungen wie die Lieferung frischer Lebensmittel seien lösbar: Die Post sei in der Fläche stark vertreten, die Anlieferungszeiten entsprechend kurz. Entscheidend sei aber natürlich, "dass wir beim Kunden jemanden zuhause antreffen, der die Ware entgegennimmt".

Das Unternehmen erprobt seit Mai unter der Marke DHL Paket den Online-Versand von Lebensmitteln. Es arbeitet dabei mit Portalen wie Gourmondo, Mytime oder Biodirect zusammen. Seit kurzem hält die Deutsche Post DHL zudem die Mehrheit am Online-Supermarkt Allyouneed.

Das Marktforschungsunternehmen Nielsen hatte im September eine Umfrage veröffentlicht, wonach das Interesse der Deutschen am Online-Einkauf von Lebensmitteln nach wie vor sehr gering ist. Während weltweit mehr als 25 Prozent der Befragten angaben, dass sie in den kommenden sechs Monaten Lebensmittel im Netz einkaufen werden, waren es in Deutschland nur sieben Prozent. Gründe sind Experten zufolge die niedrigen Preise und die hohe Ladendichte hierzulande: Online bestellt und vor die Haustür geliefert sind Lebensmittel wegen der Verpackungs- und Transportkosten teurer.

juho/AFP / AFP