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FLUGLINIEN: Lufthansa-Ergebnis sinkt um zwei Drittel

Die Deutsche Lufthansa hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres wie erwartet einen Ergebniseinbruch verbucht, dabei aber noch schwarze Zahlen geschrieben.

Operativ verdiente der Konzern von Januar bis September mit 290 Millionen Euro rund zwei Drittel weniger als im Vorjahr, teilte Lufthansa-Chef Jürgen Weber mit. Der Umsatz nahm um 14 Prozent auf 12,314 Milliarden Euro zu, wobei die Verkehrserlöse knapp 9,5 Milliarden Euro ausmachten. Eine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr gab Weber mit Verweis auf die unsichere Lage der Luftverkehrsbranche in Folge der Anschläge in den USA nicht ab. Der Kurs der Lufthansa-Aktie stieg nach den Zahlen deutlich an.

Steigende Kosten, sinkende Nachfrage

»Der 11. September hat die Welt verändert und trifft die internationale Luftfahrtbranche härter als jede andere Krise zuvor,« so Weber mit Blick auf die mit entführten Flugzeugen verübten Anschläge in New York und Washington. Die Lufthansa muss mit einem drastischen Nachfrageeinbruch bei gleichzeitig steigenden Kosten fertig werden. Allein im September haben die Anschläge das Ergebnis mit 180 Millionen Euro belastet. Die Lufthansa beschloss daher ein umfassendes Paket von einschneidenden Maßnahmen, um die Liquidität im Konzern zu sichern und einen operativen Verlust für das Gesamtjahr zu vermeiden, fügte Weber hinzu.

Umsatzerwartungen zurückgeschraubt

Die Lufthansa schraubte ihre Umsatzerwartungen deutlich zurück, woraus sich auch ungefähr die Ergebniserwartungen kalkulieren lassen. Der Konzern rechnet mit einem Rückgang der Umsätze beziehungsweise Erlöse von 1,2 Milliarden Euro gegenüber den vorherigen Planung, wie Finanzvorstand Karl-Ludwig Kley sagte. Etwa 40 bis 45 Prozent davon können durch Einsparungen aufgefangen werden, womit bis zu 60 Prozent des Umsatzausfalls ergebniswirksam werden. Daraus lässt sich eine Belastung des operativen Gewinns von bis zu 720 Millionen Euro errechnen. Die Lufthansa hatte für 2001 einen operativen Gewinn von 700 bis 750 Millionen Euro angepeilt.

Ergebnis besser als erwartet

Wie der Konzern weiter mitteilte, sank in den ersten neun Monaten 2001 das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit um 73,5 Prozent auf 246 Millionen Euro, während der Gewinn nach Steuern um mehr als 90 Prozent auf 65 Millionen Euro schrumpfte. Einige Analysten hatten beim Nettoergebnis sogar einen Fehlbetrag erwartet. Der Cash-Flow ermäßigte sich von Januar bis September um rund ein Drittel auf 1,2 Milliarden Euro. Vor allem in Folge des höheren Kerosinpreises sei der Materialaufwand insgesamt um mehr als 22 Prozent in die Höhe geklettert, hieß es weiter.

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