Flugzeugbau Fairchild-Flugzeugfertigung startet Produktion


Mehr als ein Jahr nach der Pleite des Traditionsunternehmens Fairchild Dornier will der neue Besitzer der Flugzeugfertigung AvCraft in diesem Sommer die Produktion wieder aufnehmen.

Die Flugzeugfertigung geht weiter: Von Juli an werden 120 Mitarbeiter eingestellt und neue Maschinen des Regionaljets 328 im Werk in Oberpfaffenhofen bei München gefertigt, sagte der Geschäftsführer des 328er-Programms, Wolfgang Walter, am Mittwoch. «Wir greifen dabei vor allem auf unsere entlassenen Angestellten zurück.» Auch für den Bau des größeren 728er-Programms gebe es wieder Hoffnung.

Mehr als 100 Millionen Dollar Übernahmepreis

Das US-Luftfahrtunternehmen AvCraft hatte im Dezember den Zuschlag für den Kauf des 328er-Programms erhalten. Ein Käufer für das gesamte Unternehmen Fairchild Dornier hatte sich trotz monatelanger Suche nicht gefunden. Für die Übernahme hat AvCraft nach Angaben von Unternehmenschef Ben Bartel mehr als 100 Millionen Dollar bezahlt. Etwa die gleiche Summe wolle er auch in die Produktionsanlagen stecken. Bartel plant, in den nächsten fünf bis sieben Jahren bis zu 500 Maschinen zu verkaufen.

China zeigt Interesse an 728-Programm

Neue Hoffnung besteht für das 728-Programm. Der staatliche chinesische Flugzeughersteller XAC prüfe eine Übernahme, bestätigte der ehemalige Fairchild Dornier-Geschäftsführer Thomas Brandt der «Financial Times Deutschland» (Mittwochausgabe). Allerdings dämpfte er die Hoffnung auf schnelle Ergebnisse. «Die Gespräche stehen noch am Anfang.» In das einstige Prestigeprojekt hatte das Unternehmen mehr als eine Milliarde Euro investiert. Im vergangenen Jahr hatten sich schon die Konzerne Boeing, Bombardier, Alenia und ein russisches Konsortium gegen einen Kauf des Programms entschieden.

Anfangs 18 Jets jährlich

Für den 328er-Jet rechnet Walter in der Anfangsphase mit jährlich 18 hergestellten Maschinen. Der erste der neu gebauten Flugzeuge soll das Werk Anfang 2004 verlassen. «Wir gehen davon aus, von Anfang an mit der Flugzeug-Reihe schwarze Zahlen zu schreiben», sagte Walter. Die Höchstproduktion in den bestehenden Hallen in Oberpfaffenhofen liege bei 54 Flugzeugen pro Jahr. Bereits jetzt gebe es rund 150 Anfragen verschiedener Fluggesellschaften.

Zahlreiche Interessenten für schon gebaute Jets

Von 18 bereits vor der Insolvenz gebauten Maschinen des Typs 328, die AvCraft mit der Fairchild-Flugzeugfertigung übernommen hatte, seien bereits drei an die Nürnberger Luftfahrt-Dienstleister Aero-Dienst verkauft worden. Für die restlichen Flugzeuge gebe es «zahlreiche ernsthafte Interessenten», sagte Walter. Vor allem mit US-Firmen werde verhandelt. Expandieren will AvCraft auch im Service-Bereich. «Es gibt Überlegungen, in Russland und China Niederlassungen für Reparatur und Wartungen aufzubauen», sagte Walter.


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