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Isländischer Vulkanausbruch: Für die Forschung durch die Aschewolke

Verlässliche Aussagen über die Aschewolke dringend gesucht: Experten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) sollen aushelfen und mit einem Messflugzeug Daten aus dem Inneren der Wolke des isländischen Vulkans Grímsvötn sammeln.

Deutsche Forscher bereiten sich auf Einsätze ihres Messflugzeuges mitten in die Aschewolke des isländischen Vulkans Grímsvötn vor. "Es liegt eine Anfrage aus England vor", sagte Prof. Ulrich Schumann, Direktor des Instituts für die Physik der Atmosphäre beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen, der Nachrichtenagentur dpa.

Die Flüge werden - wie schon vor einem Jahr beim Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull - mit dem Referenzmessflugzeug Falcon 20E durchgeführt. Sollte ein Auftrag des Verkehrsministeriums in Berlin hinzukommen, "koordinieren wir beides", erläuterte Schumann.

Bereits jetzt werten Mitarbeiter seines Teams Satellitendaten der Aschewolke für den Deutschen Wetterdienst (DWD) aus. "Wir machen längerfristige Vorausberechnungen und treffen Aussagen, die wir den Meteorologen zur Verfügung stellen", sagte Schumann.

Flugzeug ab Sonntag oder Montag startklar

Das Forschungsflugzeug Falcon 20E ist derzeit noch für das Bundesverteidigungsministerium unterwegs. "Es erfüllt einen Auftrag zur exakten Kalibration von Höhenmesssystemen", sagte Schumann. Die Arbeit werde voraussichtlich an diesem Donnerstag beendet sein. Dann soll das Flugzeug für die neue Aufgabe umgerüstet werden. "Am Sonntag oder spätestens am Montag sind wir startklar."

Das DLR-Forschungsflugzeug hatte bereits vor einem Jahr Flüge über Island absolviert. In einer Entfernung von rund 200 Kilometern zum Vulkan war die Aschewolke in sechs Kilometern Höhe mehrfach überflogen worden. Es gab dabei Messungen mit dem Instrument Lidar, das mit Laserstrahlen die Konzentration der Staubpartikel in der Aschewolke messen kann. Die Messdaten waren neben dem Deutschen Wetterdienst (DWD) auch dem Vulkan-Asche-Zentrum (VAAC) in England zur Verfügung gestellt worden.

kag/DPA / DPA