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Forschungsflug durch die Aschewolke: "Es gibt sie wirklich"

Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt haben bei einem Forschungsflug die Aschekonzentration der Luft gemessen.

Bei ihrem Testflug über Deutschland haben Experten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wegen der Vulkanasche deutliche Braunfärbungen der Luft gesehen. Außerdem haben sie Vulkanasche-Wolken in unterschiedlicher Ausdehnung und Konzentration nachgewiesen. Das zeigt der elfseitige Bericht des DLR, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. So ermittelten die Wissenschaftler auf ihrem Rundflug vom bayerischen Oberpfaffenhofen über Leipzig, Hamburg, Aachen, Stuttgart und zurück bestimmte Partikelkonzentrationen in der Luft. Allerdings nennt der Bericht keine Vergleichswerte, die eindeutig die Risiken und Fluggefahren beschreiben könnten.

"Es gibt die Wolke wirklich", sagte DLR-Sprecher Andreas Schütz am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin in Oberpfaffenhofen, von wo der kleine Jet aus startete. So wurde vier Kilometer über Leipzig eine Konzentration der Asche in der Vulkanwolke mit 60 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen. Insgesamt seien die Vulkanschichten bräunlich und enthielten größere Partikel "vergleichbar mit Sahara-Staubwolken". Die vertikale und horizontale Verteilung der vulkanischen Luftschichten schwankten, so der Bericht. Ältere vulkanische Emissionen wurden im südlichen und mittleren Deutschland gemessen. Auch bestätigte sich, dass es keine Schäden am Flugzeug gab - weder am Triebwerk noch an den Fenstern: "Diese Inspektionen werden fortgesetzt. Silberfolien unter den Flügeln zeigten keine sichtbaren Einschläge von der Vulkan-Asche".

Die Wissenschaftler des DLR mahnten in ihrem Bericht zur Vorsicht im Umgang mit bestimmten Ergebnissen des Forschungsfluges. "Die Daten hier müssen wegen möglicher systematischer Fehler mit Sorgfalt genutzt werden", heißt es am Ende des Berichts. Weder das DLR noch das ihm vorgesetzte Bundesverkehrsministerium wollten am Dienstag zu dem Bericht Stellung nehmen.

Das Messflugzeug war am Montag in Oberpfaffenhofen bei München zu einem knapp vierstündigen Rundflug gestartet, um die Dichte der Ascheteilchen in der Luft und ihre Größe zu messen.

APN/DPA / DPA