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Aschewolke über Europa: Was stern.de-Leser auf Facebook berichten

In Deutschland, Europa und auf der ganzen Welt sitzen stern.de-Leser wegen des Flugverbots fest. Doch manche freuen sich über die Ruhe am Himmel. Was die User auf Facebook berichten.

Hier in München ist die Vulkanasche auch so herrlich azurblau ohne Kondensstreifen :D
Dominik L. Baumer

Der isländische Vulkan spuckt und spuckt und spuckt: Die Aschewolke, die seit Tagen über Europa zieht und den gesamten Flugverkehr lahmlegt, beschäftigt auch die stern.de-Facebook-Gemeinde: Da schreiben die einen, dass sie auf Flughäfen und in Hotels festhängen - mal begeistert ob des Zwangsurlaubs, mal besorgt, weil ihnen das Geld ausgeht.

Es lebe die gute alte Zeit der Postkutschen , lol. Island lässt grüßen. Regina Krauel

Andere wiederum nutzen die Internet-Community als Plattform, um Mitfahrgelegenheiten anzubieten ("Vier Plätze für Hamburg nach London - Kostenpunkt: 150 Euro inklusive allem") oder versuchen, ihr Sofa für kleines Geld unterzuvermieten ("Angebot für jemanden, der in Frankfurt gestrandet ist. Biete die Wohnzimmer-Couch für eine Übernachtung für 1-2 Leutchen.").

Ich muss sagen, wäre die Aschewolke nicht, wäre ich strikt dagegen, dass das Wetter sich ändert ... Es ist sooooo schön draußen ... Jetzt noch Südwind ... Vivian Glade

Auch auf der stern.de-Facebook-Seite beschäftigt die Nutzer vor allem der speiende Vulkan im weitentfernten Island und die Folgen für ganz Europa: Christian Degener etwa treibt seine bevorstehende "Obdachlosigkeit" um: "Wir sind zwar Permanent Residents of Canada, hatten aber unsere Rückreise nach Hamburg für den 21.4. gebucht. Noch wissen wir nicht, ob der Flug via Toronto, Paris nach Hamburg stattfindet, aber wir gehen davon aus, dass er wohl gecancelt wird. Wir beide haben unseren Job gekündigt hier und müssen zum 20.4. aus unserem Apartment raus."

Ich sitze auf Abruf zuhause - eigentlich sollte ich morgen von Frankfurt nach Hongkong reisen. Wird wohl nix. Für alle Geschäftsreisende ist es eine Katastrophe.
Maarten Versteeg

Nicht jeden trifft es so schlimm, ein Großteil ist irgendwo in Europa gestrandet und versucht nun, über den Landweg nach Hause zu kommen. Wie Stefan Menschel, der um acht Uhr morgens mit dem Wagen in Madrid gestartet ist und 15 Stunden später immer noch 400 Kilometer von seiner Heimat Aachen entfernt ist. Einige Reisende wechseln einfach spontan ihr Urlaubsziel. Axel Pieck zum Beispiel: "Eigentlich wollte ich mit meiner Frau am kommenden Freitag nach Aberdeen fliegen - mittlerweile sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir sonst alternativ ins Elsass oder die Picardie fahren." Auch Susanne Kriebel zeigt sich flexibel: "Werde morgen anstatt mit dem Flieger nach Rom mit dem Auto nach Südtirol fahren."

Sitze in Mailand fest ... ist schon ein mulmiges Gefühl. Sperrung für paar Stunden gelockert ... da fragt man sich als Passagier, ist es oder ist es nicht sicher zu fliegen?
Celia Patricio

Auch aus Island selbst erreichen uns Meldungen: Edda Simon etwa bemängelt, wie viele andere Urlauber auch, die schlechte Informationspolitik von Fluggesellschaften und Reiseveranstaltern: "Wir sitzen seit gestern hier in Island fest. Auch nicht lustig: Auf einer Insel mit mindestens einem aktiven Vulkan zu sitzen und in den deutschen Fernsehnachrichten zu sehen, dass sich die Deutschen Gedanken darüber machen, ob die Aschewolke ihren Autos schaden könnte ;o) Ansonsten sind die Informationen rar: Vor allem die Fluggesellschaft und der einzige internationale Flughafen lassen kaum Neues von sich hören. Hotline? Fehlanzeige!!" Auch Christian Romanowski Tenerife steht ratlos vor einem Verantwortungspingpong: "Wie bucht man um?", fragt er sich: "KLM sagt, gehen Sie zu Opodo und Opodos Bandansage lautet, wenden Sie sich an die Airline. Deren Mitarbeiter (KLM) kommen noch nicht einmal mehr auf den Flughafen ..."

Sieben mal wirst du die Asche sein, aber einmal auch der helle Schein ;o)!
Eileen Coniglio

Eine Reihe von Mitarbeitern aber steht vor den gleichen Problemen wie die Passagiere. So auch Silke Goehler Jakob, Flugbegleiterin und eine der fleißigsten Userinnen. Sie hängt seit Tagen in den USA fest. Einer ihrer ersten Beiträge lautet: "Guten Morgen aus Houston! Wir hätten am Donnerstag heimfliegen sollen. Zuhause warten meine drei Kinder und mein Mann auf mich. :-( Da bekommt "Houston, we have a problem." eine ganz neue Bedeutung." Jetzt, am Montag, schreibt sie lapidar: "Nix Neues aus Houston. Die Crew geht sich so langsam aber sicher auf die Nerven."

Und das Leben wird dennoch weitergehen ... versprochen! ;o)
Sybille Hartung

stern.de-Nachrichtenchef Dirk Benninghoff fragt in seiner Videokolumne, ob das Flugverbot als Sicherheitsmaßnahme übertrieben oder gerechtfertigt sei: Viele Leser bemängeln, dass sich die Behörden lediglich auf die Untersuchungen eines einzigen Instituts verlassen würden. Ein anderer Kommentar lautet: "Na, das würde ein Geschrei geben, wenn eine Maschine abstürzen würde, wenn die Genehmigung erteilt würde." Doch das eigentlich Problem sei doch, so Tobias Brüchatz, dass KEINER sagen kann ob schädlich oder nicht". Und selbst wenn das Flugverbot für kurze Zeit gelockert wird, wie geschehen, macht das nicht jeden glücklich. Celia Patricio sitzt in Mailand fest und schreibt, es sei "schon ein mulmiges Gefühl. Sperrung für paar Stunden gelockert ... da fragt man sich als Passagier, ist es oder ist es nicht sicher zu fliegen?"

Endlich mal Ruhe am Himmel. ohne Fluglärm. Ich wohne am 2. größten Flughafen in Baden-Würtemberg, den Baden Airpark. Finde ich gut. So merken manche Menschen, dass der Mensch nicht alles haben kann, sondern dass es auch noch die Natur gibt.
Tatjana Steinel

Unerwartet viele stern.de-Leser aber können dem Flugverbot auch positive Seiten abgewinnen - verständlicherweise diejenigen, die in der Nähe großer Airports wohnen: Claudia Trapp aus Frankfurt am Main schreibt zum Beispiel "... total entspannt, es war noch nie so ruhig und klare Sicht am Himmel! Und ich mache jetzt noch ein Bild ... der Abendhimmel sieht bei uns ganz anders aus!" Dominik L. Baumer aus München freut sich über einen herrlich azurblauen Himmel ohne Kondensstreifen. Und Anke Gätjens ist einfach nur dankbar: "Guten Morgen, herrlicher Sonnenschein in der Einflugschneise von Hamburg-Fuhlsbüttel, kein Flugzeuglärm übertönt das Vogelgezwitscher - danke Island, danke Vulkan."

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