Geld Der beste Steuertipp

Erstmals kann man mit dem Fiskus online abrechnen - ohne Papierkram und Belege. Und so geht es am besten.

Dass die Steuererklärung einfacher wird, versprechen Politiker seit Jahren. Jetzt ist sie es - allerdings nur dank verbesserter Technik: Mit der elektronischen Steuererklärung - genannt "Elster" - kann nun erstmals online mit dem Fiskus abgerechnet werden.

Elster gibt es seit 1999, jedoch mussten die Steuerformulare bisher ausgedruckt, unterschrieben und per Post ans Finanzamt geschickt werden. Immerhin 3,6 Millionen Bundesbürger nutzten dieses System im vergangenen Jahr. Nun entfällt der Papierkram komplett. Die Finanzbeamten wollen bei Elster-Erklärungen nicht einmal mehr Belege sehen. Das Bundesfinanzministerium verspricht, dass nur noch stichprobenartig geprüft werde. Und noch einen Vorteil hat Elster: Die Ämter wollen die elektronischen Erklärungen schnell bearbeiten. Wer also jetzt online ausfüllt, soll seine zu viel gezahlten Steuer-Euros in wenigen Wochen auf seinem Konto gut geschrieben bekommen.

Einziger Nachteil von Elster: Das Programm gibt keine Steuertipps, sondern prüft lediglich die Plausibiliät der Angaben. Wer kein Profi ist, wird mit dem Ausfüllen der Seiten Schwierigkeiten haben. Die Software bietet wenig hilfreiche Informationen und führt nicht aktiv durch die einzelnen Anlagen. Wer etwa Aufwendungen geltend machen will, muss die nötigen Formulare kennen, aus dem Menü auswählen und dem Hauptformular durch Anklicken hinzufügen.

Die Lösung für dieses Problem: Elster lässt sich mit den gängigen Steuersparprogrammen (über eine Schnittstelle) gut kombinieren. Die Formulare werden dann mit Hilfe der Steuersparsoftware ausgefüllt und anschließend online ans Finanzamt geschickt.

Der Zugang zu Elster ist einfach und klappt im Test problemlos: auf www.elsteronline.de mit der persönlichen Steuernummer (steht auf der Lohnsteuerbescheinigung) anmelden. Aus Sicherheitsgründen werden eine Identifikationsnummer per E-Mail und ein Aktivierungscode per Post zugeschickt. Wer auf Nummer sicher gehen will, weil der Zugangscode auf dem Rechner gespeichert wird, kann sich für 39,90 Euro einen externen Daten-Chip bestellen. Und wer noch analog mit Modem ans Internet angeschlossen ist, sollte sich die Elster-Software auf CD-Rom kostenlos beim Finanzamt besorgen: Die Ladezeiten sind sonst zu lang.

Beim stern-Test lag der Brief mit den Elster-Zugangsdaten nach vier Tagen im Briefkasten. Das Programm ließ sich in wenigen Sekunden herunterladen, und die fertige Erklärung aus dem Steuerberatungsprogramm war im Nu verschickt. Wäre Steuerzahlen nicht so eine unangenehme Sache, könnte der Elster-Kontakt mit dem Fiskus fast vergnügenssteuerpflichtig werden.

Elke Schulze print

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