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+++ Hochwasserkatastrophe im Newsticker +++: Magdeburg ruft Katastrophenfall aus

Innenstädte evakuiert, Helfer im Dauereinsatz, Stromausfälle im Osten: In den Hochwassergebieten im Süden und Osten Deutschlands herrscht der Ausnahmezustand. Die Lage im stern.de-Newsticker.

+++ 20.29 Uhr: Magdeburg ruft Katastrophenfall aus +++

Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg richtet sich auf extremes Hochwasser der Elbe ein. Ab Dienstagmorgen 6.00 Uhr gelte der Katastrophenfall, teilte die Stadt am Montagabend mit.

Am Nachmittag war das Pretziener Wehr geöffnet worden, um die Stadt und das benachbarte Schönebeck vor Überflutung zu schützen, indem das Wasser der Elbe in einen Kanal umgeleitet wird. Die Stadt rechnet damit, dass der Wasserstand der Elbe in den kommenden Tagen dramatisch ansteigt. Deiche sollen daher mit Sandsäcken verstärkt werden.

+++ 19.40 Uhr: Sachsen-Anhalt rechnet mit dem Schlimmsten +++

Sachsen-Anhalt droht nach offiziellen Einschätzungen ein weitaus schlimmeres Hochwasser als bei der sogenannten Jahrhundertflut 2002. "Wir haben es mit Wassermassen zu tun, die wir noch nie zu bewältigen hatten", betonte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). 2002 seien die Überflutungen von der Elbe und Mulde gekommen. Jetzt strömten in kurzer Zeit extreme Wassermassen - von Ost, West, Nord, Süd - auch von der Weißen Elster ins Land. Ein Ende sei nicht absehbar, daher sei mit weiter steigenden Pegelständen zu rechnen. Allerdings seien im Vergleich zu 2002 viele Deiche saniert und erneuert. Jedoch nicht überall, da Genehmigungsverfahren zu lange gedauert hätten, räumte Haseloff ein.

Die Stadt Halle befürchtet das schlimmste Hochwasser seit 70 Jahren. In Sachsen-Anhalts einwohnerstärksten Kommune fließt die Weiße Elster in die Saale, die bereits jetzt einen Wasserstand von über 7 Metern hat. Normal sind knapp zwei Meter. Das letzte Hochwasser gab es 2011 mit 6,93 Meter. Seit dem Nachmittag herrscht Katastrophenalarm in Halle. Deiche werden mit Sandsäcken und einem mobilen System verstärkt, um Teile der Altstadt, der Plattenbausiedlung Halle-Neustadt und die Bundesstraße 80 vor Überflutung zu schützen. Es wird mit einem Wasserstand von 7,50 Meter für die Saale gerechnet.

+++ 19.16 Uhr: Gefängnis in Passau wird evakuiert +++

Mittlerweile ist der Pegel in Passau auf 12,60 Meter gestiegen. Damit ist die Rekordflut von 1954 weit übertroffen. Schlimmer war nur das Hochwasser im Jahr 1501 mit 13,20 Metern. Die braunen Wassermassen aus Donau, Inn und Ilz verwandelten Straßen und Gassen in Kanäle.

Das Gefängnis der Stadt muss evakuiert werden. Rund 60 Gefangene wurden verlegt - 35 Häftlinge nach Straubing und 24 nach Landshut, wie das Bayerische Justizministerium mitteilte. Ein Gefangener, dessen Entlassung ohnehin einen Tag später anstand, konnte vorzeitig gehen. Die Polizei unterstützte die Haftanstalten beim Transport der Gefangenen.

Die bayerische Staatsregierung hat bereits ein Hilfsprogramm von 150 Millionen Euro angekündigt, selbst wenn zum jetzigen Zeitpunkt das Ausmaß der Schäden sich noch nicht beziffern lässt. 650 Bundeswehrsoldaten sind bereits in Bayern im Einsatz, weitere 350 sollen hinzukommen.

+++ 18.43 Uhr: Pegelstände am Mittelrhein steigen +++

Nach dem Süden und Osten wird jetzt die Lage an Flüssen im Westen kritischer. Am Mittelrhein steigen die Pegelstände. Am Dienstag wird in Mainz ein Scheitelwert von mehr als sieben Metern erwartet. Bei Ingelheim wird voraussichtlich ein Polder geflutet, um die Wassermassen zu bändigen. Dann soll nach Angaben der Struktur- und Genehmigungsdirektion der Verkehr auf der nahen A 60 in Richtung Bingen verengt werden. Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums kommt ein solches Hochwasser hier nur alle 20 Jahre vor.

+++ 16.55 Uhr: Leiche bei Metzingen gefunden +++

Drei Tage nach einem Sturz in die tosende Elsach wird die Leiche eines Hochwasseropfers aus Bad Urach in Baden-Württemberg entdeckt. Der Körper des 46-jährigen Bauarbeiter sei bei Metzingen im Bachbett der Erms gefunden worden - 13 Kilometer vom Unglücksort entfernt, teilt die Polizei mit. Der Mann hatte am Freitagabend eine Baustelle gegen das Hochwasser absichern wollen. Dabei stürzte er wohl in die Wassermassen.

+++ 16.21 Uhr: "Diese Lage ist extrem ernst" +++

Große Sorge bei Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff: "Diese Lage ist extrem ernst", sagt der CDU-Politiker bei der Öffnung des Pretziener Wehrs in der Nähe von Magdeburg. "Die Situation hat sich in wenigen Stunden deutlich verschlechtert." Streckenweise gebe es Pegelstände, die man nie zuvor gesehen habe. Die Deiche seien aber nach den jetzigen Erkenntnissen sicher. Mit der Öffnung des Wehrs werden bis zu 30 Prozent des Elbewassers um Magdeburg herumgeleitet und damit die Abflussgeschwindigkeit des Wassers erhöht.

+++ 16.12 Uhr: Polizei-Gewerkschaft warnt "Gaffer" +++

Schaulustige sollten es tunlichst unterlassen, die Hilfsarbeiten in den Flutgebieten in Ost- und Süddeutschland zu behindern. "Das Vorgehen gegen neugierige Gaffer ist eine zusätzliche und unnötige Aufgabe für die Beamtinnen und Beamten, die in diesen Stunden vor allem das Retten von Menschenleben unterstützen", warnt die Gewerkschaft der Polizei (GdP).

Sie verweist auf Meldungen, wonach in Dresden Schaulustige Rettungswege blockiert und damit die Arbeiten der Helfer massiv gestört hätten. Die GdP warnt zugleich vor dem Betreten von Deichen, etwa für Fotos. Das sei verboten und lebensgefährlich. Wer Rettungsarbeiten erheblich behindere, müsse mit Platzverweisen und im Extremfall auch mit einer Strafe rechnen.

+++ 15.54 Uhr: Gute Nachrichten aus Zwickau +++

Im sächsischen Zwickau entspannt sich die Lage, die Pegelstände am Fluss Mulde sinken. Nach Prüfung der besonders betroffenen Bereiche in Crossen und Schlunzig geben die Behörden Entwarnung. Die Deiche seien zwar durchweicht, aber stabil, teilt die Stadt mit. Daher könnten die Menschen in ihre Häuser zurückkehren.

+++ 15.47 Uhr: Erstes Aufatmen in Bayern +++

Zeichen der Entspannung in Bayern: Drei Landkreise beenden den Katastrophenalarm: Miesbach, Mühldorf und Rottal-Inn. Zwischenzeitlich hatten dreizehn Städte und Kreise den "K-Fall" ausgerufen, wie der Alarm im Behördenjargon heißt. Zurzeit halten noch zehn Städte und Kreise den Katastrophenalarm aufrecht: Stadt und Landkreis Passau, Stadt und Landkreis Rosenheim, außerdem die Kreise Berchtesgadener Land, Traunstein, Erding, Kelheim, Pfaffenhofen an der Ilm und Deggendorf.

+++ 15.27 Uhr: Auch Merkel stellt Hilfen in Aussicht +++

Die Opfer des Hochwassers dürfen auf staatliche Unterstützung hoffen: "Der Bund wird auch schauen, was wir helfen können, genauso wie die Länder", verspricht Bundeskanzlerin Angela Merkel. Am Dienstag will sie die Hochwassergebiete besuchen. "Ich denke schon (...), dass wir einen kleinen Gedanken an die wenden sollten, die zu dieser Stunde wirklich um alles kämpfen, was sie haben, in Passau und in Görlitz und in anderen Städten."

Bayerns Staatsregierung will die Folgen der Flutkatastrophe in Passau und Südostbayern mit einem Hilfsprogramm von 150 Millionen Euro lindern, kündigt ein Sprecher des Finanzministeriums in München an. Daran soll sich auch der Bund beteiligen - in welcher Höhe, ist noch unklar.

+++ 15.02 Uhr: Netz wird zur Hilfe-Börse +++

Das Internet - und besonders die Sozialen Netzwerke - werden zur Solidaritätsplattform. Bei Facebook können sich Betroffene in zahlreichen Gruppen austauschen und Fotos hochladen. So stellt die Gruppe "Suche und biete Platz für Hochwassertiere" Ställe und Käfige für vierbeinige Flutopfer zur Verfügung. Bei Twitter gibt es unter dem Hashtag Hochwasser aktuelle Informationen, Fotos und Videos aus den Krisenregionen. Jugendherbergen, Universitäten und Bahnhöfe verkünden via Kurznachrichtendienst, ob und wie sie trotz des Hochwassers noch zu erreichen sind. Auch Helfer werden dort gesucht, koordiniert oder bieten sich an. Eine offenbar Betroffene aus Gera schreibt: "30 h ohne Schlaf. So langsam schwinden die Kräfte."

Auf der Webseite "Fluthilfe Grimma 2013", die die dortige Stadtverwaltung erstellt hat, bieten zahlreiche Menschen Schlafmöglichkeiten, tatkräftige Hilfe und Sachspenden an. "Wir möchten auch unbedingt helfen, egal wie !!!!", lautet ein Beitrag. "Biete Quartier und Hilfe", schreibt ein anderer Bürger. Manche Anwohner aus dem Umland möchten ganze Familien inklusive Haustier bei sich aufnehmen. "Wir haben ein Baby, Windeln usw. sind daher vorhanden."

+++ 14.57: Donau-Flutwelle nähert sich Bratislava +++

Die slowakische Hauptstadt Bratislava bereitet sich auf die Donau-Flutwelle vor, die sich aus Österreich nähert. Der Wetterdienst hat die höchste Warnstufe drei ausgerufen. Mehrere ufernahe Verbindungsstraßen sind gesperrt. Im Stadtteil Devin am Zusammenfluss von Donau und March stehen bereits Straßen unter Wasser. Andere Stadtteile sollen mobile Dämme schützen. Der Schiffsverkehr auf der Donau ist komplett eingestellt. Die Scheitelwelle wird jedoch erst für die Wochenmitte erwartet.

+++ 14.53 Uhr: Regen soll endlich nachlassen +++

Endlich mal gute Nachrichten für die Hochwassergebiete: Nach den extremen Niederschlägen vor allem in Sachsen, Thüringen und Bayern soll der Regen fast überall in Deutschland weniger werden. Dadurch könnte sich in den Flutregionen im Süden und Osten Deutschlands die Lage entspannen. "In den nächsten Tagen erwartet uns durch Hoch Sabine deutlich ruhigeres Wetter", verkündet eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach.

Bereits am Dienstag soll es vor allem im Westen und im Norden Deutschlands schon recht freundlich sein. Nur in der Osthälfte und südlich der Donau muss noch mit einzelnen Schauern gerechnet werden, die Sonne soll sich aber auch dort immer wieder zeigen.

+++ 14.49 Uhr: WWF befürchtet mehr Fluten +++

Die Umweltstiftung WWF liefert Erklärungen, warum viele Städte überflutet werden. In den letzten zehn Jahren sei in Deutschland viel für den Hochwasserschutz getan, aber noch zu wenig erreicht worden. "Wir brauchen mehr Flächen, wo sich das Wasser ausbreiten kann, damit es nicht durch immer höher werdende und enge Deichbänder durchgepresst werden muss", erklärt der WWF und fordert ein Umdenken in der Hochwasserschutzpolitik. Um dauerhaft das Risiko zu minimieren, bedürfe es deutlich mehr Überflutungsflächen. Derzeit sei der Trend in Deutschland noch gegenläufig klagt der WWF: "Täglich werden 100 Hektar Land bebaut, so dass das Wasser nicht mehr natürlich versickern kann."

+++ 14.38 Uhr: Stromausfälle in drei Bundesländern +++

Wegen des Hochwassers ist bei etwa 14.000 Kunden des größten ostdeutschen Energieversorgers Envia in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen der Strom ausgefallen. Rund 500 Mitarbeiter des Netzbetreibes Mitnetz sind im Einsatz, um die Stromversorgung wiederherzustellen. Das Unternehmen rief die Menschen in den Hochwassergebieten auf, sich von Stromanlagen fernzuhalten. Es bestehe Lebensgefahr.

+++ 14.36 Uhr: Großeinsatz für die Feuerwehren +++

Die Flut ist für die Feuerwehren der größte Einsatz seit dem Hochwasser 2002. Fast 28.000 Feuerwehrmänner und -frauen sind seit dem vergangenen Wochenende in den ost- und süddeutschen Hochwassergebieten im Einsatz, teilt der Deutsche Feuerwehrverband mit. Seit dem frühen Morgen seien auch Kräfte aus nicht betroffenen Regionen unterwegs, um ihre Kollegen zu unterstützen. Beispielsweise habe die Berliner Feuerwehr etwa 200 Helfer zum Schutz der Deiche nach Sachsen geschickt.

+++ 14.07 Uhr: Bahn gibt sich kulant +++

Angesichts der Störungen im Schienenverkehr kommt die Deutsche Bahn ihren Kunden entgegen. Tickets und Reservierungen für Reisen in Hochwasserregionen könnten "auf Wunsch" in den Reisezentren der Bahn und auf deren Internetseite "kostenfrei" zurückgegeben werden, teilt die Bahn mit. Der Fahrpreis werde erstattet. Spezielle Bescheinigungen seien nicht erforderlich. Die Regelung gilt bis Sonntag.

Zuggebundene Fahrkarten könnten bei Problemen nun auch "für die nächstmögliche Reiseverbindung" genutzt werden, heißt es weiter. Die Fahrkarten könnten auch für den jeweils nächsten Zug gültig geschrieben werden, wenn dieser höherwertig sei als die bisher gebuchte Zugkategorie. Reisende könnten sich hierzu an Bahnpersonal in den Bahnhöfen wenden.

+++ 13.45 Uhr: Passau will Trinkwasser abstellen +++

Neue Hiobsbotschaft für die Menschen in Passau: Nachdem die Donau am Vormittag den Pegelstand von 12,20 Metern überschritten und damit einen höheren Stand als beim historischen Hochwasser 1954 erreicht hat, wollen die Stadtwerke offenbar im Laufe des Tages das Trinkwasser abstellen. Alle Haushalte sollen sich mit frischem Wasser eindecken, twittern die "Passauer Woche" und die "Passauer Neue Presse". Als Vorsichtmaßnahme könne das noch verbliebene Leitungswasser abgekocht werrden.

+++ 13.18 Uhr: Flutopfer sollen Hilfe erhalten +++

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) versprechen den Flutopfern Hilfe: "Die Bevölkerung kann sich darauf verlassen, dass wir alles tun, ihr die Schäden zu erleichtern", sagt Friedrich in Chemnitz bei einem Besuch der Hochwassergebiete. Die Hochwasserkatastrophe ähnelt laut Tillich der sogenannten Jahrhundertflut vor elf Jahren. "Wir haben eine sehr, sehr prekäre Situation, die durchaus mit der von 2002 vergleichbar ist."

Auch die EU bietet Deutschland, Österreich und Tschechien finanzielle Hilfe an. "Die europäische Familie ist zur Hilfe bereit, soweit sie das gemäß dem Europäischen Solidaritätsfonds tun kann", zitiert eine Sprecherin in Brüssel den EU-Kommissar für Regionalpolitik, Johannes Hahn. Der Fonds war 2002 nach dem schwerem Hochwasser der Elbe und anderer Flüssen gegründet worden. Er sieht Zahlungen an betroffene Länder für Nothilfemaßnahmen vor.

+++ 13.01 Uhr: Hochwasser setzt Wirtschaft zu +++

Nachdem der lange Winter schon im ersten Quartal beinahe zu einer Rezession geführt hätte, droht wegen der Wetterkapriolen der erhoffte Frühjahrsaufschwung auszufallen. "Der Regen setzt nicht nur den Menschen in den Hochwasserregionen zu, sondern auch der Konjunktur", so der Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). "Im zweiten Quartal platzt der Wachstumsknoten nicht. Die Aufholeffekte nach dem langen Winter bleiben überschaubar."

Das Wetter macht vor allem vielen Baufirmen zu schaffen. Durch das Hochwasser habe sich die Lage in Bayern, Sachsen und Thüringen zugespitzt, teilt der Hauptverband der Bauindustrie (HDB) mit. "In den Überschwemmungsgebieten laufen die Baugruben voll." Dort könne nicht gebaut werden. "Die Unternehmen haben Rekordauftragsbestände, aber sie können wegen der außergewöhnlichen Witterungsbedingungen nicht abgearbeitet werden."

+++ 12.41 Uhr: Leichte Entspannung in Jena +++

In Jena sinkt der Pegel der Saale. Es stünden weniger Häuser im Wasser als zunächst befürchtet teilt die Polizei mit. Die große Frage sei, wie sich die Situation in den nächsten Stunden und Tagen entwickeln werde, falls die Saaletalsperren entlastet werden müssten.

+++ 12.25 Uhr: Flut stoppt Produktion in VW-Werk +++

Wegen des Hochwassers in Sachsen hat Volkswagen die Produktion in seinem Werk in Zwickau vorübergehend gestoppt. Die Frühschicht sei abgesagt worden, so ein Unternehmenssprecher. Zwar sei das Werk selbst nicht direkt vom Hochwasser betroffen, allerdings viele Verkehrswege im Umland, ein Teil der Lieferanten und auch zahlreiche Mitarbeiter. Mit der Nachtschicht um 22 Uhr soll die Produktion am Abend wieder aufgenommen werden.

+++ 12.13 Uhr: Dresden löst Katastrophenalarm aus +++

Katastrophenalarm in mehreren Dresdner Stadtteilen: Die Bevölkerung wird gebeten, auf unnötige Fahrten mit dem Auto zu verzichten und den Weg für Einsatzfahrzeuge freizuhalten. An einigen Stellen hätten Schaulustige bereits die Rettungswege zugestellt, heißt es. Die Verwaltung warnt davor, Deiche zu betreten. Es bestehe Lebensgefahr. Auch in Chemnitz, Zwickau, in Mittelsachsen, im Erzgebirge, im Leipziger Land, in Nordsachen und in der Sächsischen Schweiz gilt Katastrophenalarm.

+++ 12.03 Uhr: 1760 Soldaten im Einsatz +++

In Bayern, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt sollen bis zu 1760 Soldaten beim Kampf gegen die Wassermassen helfen. 1050 Soldaten seien in Sachsen, 600 in Bayern, 100 in Thüringen und 10 in Sachsen-Anhalt eingeplant, teilt der Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums mit. Sie sollen sich um Aufbau und Sicherung von Deichen mit Sandsäcken kümmern, die Katastrophengebiete aus der Luft überwachen und Betroffenen Unterkunft und Verpflegung sowie Begleitung und erste medizinische Versorgung bieten.

Weitere 1800 Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) sowie 500 Bundespolizisten sind im Auftrag des Bundesinnenministeriums im Einsatz.

+++ 11.56 Uhr: Düstere Prognose für Osten Österreichs +++

In vielen Teilen Österreichs löst das Hochwasser katastrophale Zustände aus. Wichtige Zugverbindungen sind gesperrt, Innenstädte stehen unter Wasser und in den Bergen lösen sich Schlamm- und Gerölllawinen. Während sich die Lage in den westlichen Bundesländern Tirol, Vorarlberg und Salzburg leicht entspannt, prognostizieren die Behörden im Osten für Niederösterreich Donau-Pegelstände über dem Katastrophenhochwasser von 2002.

+++ 11.54 Uhr: Merkel will Krisengebiete besuchen +++

Die Kanzlerin auf den Spuren von Gerhard Schröder: Angela Merkel will am Dienstag in die vom Hochwasser betroffenen Gebiete reisen. Sie wolle sich selbst ein Bild von der Lage machen, teilt Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Die genauen Stationen stünden noch nicht fest. Die CDU-Chefin lasse sich laufend über den Stand der Dinge informieren. Außerdem werde ein Krisenstab eingerichtet.

+++ 11.50 Uhr: Flut in Niedersachsen geht zurück +++

Die Lage in Niedersachsen entspannt sich teilweise. Die Pegelstände der Flüsse und Kanäle sind zwar noch auf einem hohen Niveau, sinken aber allmählich, teilt die Polizei mit. Überflutungsgefahr bestehe noch für die Anrainer von Aller und Weser. Wegen der starken Regenfälle in den Einzugsgebieten der Werra und Fulda wird mit einem Anstieg der Weser in den kommenden Tagen gerechnet. Der Pegel der Aller bei Verden steigt bereits jetzt. "Sobald Aller und Weser über die Deichkrone hinwegfließen, werden ein oder zwei Straßen überflutet", sagte ein Sprecher der Polizei in Verden. Nach Angaben der Polizei ist auch die Bundesstraße 80 bei Hann. Münden weiterhin gesperrt.

+++ 11.46 Uhr: Lage in Polen entspannt sich leicht +++

Die Hochwasserlage in Polen hat sich leicht entspannt, teilt ein Sprecher des regionalen Krisenzentrums in Breslau mit. Mehrere Landstraßen seien aber noch unpassierbar und gesperrt. Vor allem in Niederschlesien waren zuvor zahlreiche Oder-Zuflüsse und die Lausitzer Neisse über die Ufer getreten. Bisher sind allerdings vor allem ländliche Gebiete mit vereinzelten Bauernhöfen von den Überschwemmungen betroffen.

+++ 11.42 Uhr: Zwenkauer See wird geflutet +++

Der Pegel der Weißen Elster ist in Leipzig weiter drastisch gestiegen und hat die Werte für die höchste Alarmstufe 4 überschritten. Wegen des andauernden starken Regens im Erzgebirgsvorland befürchtet die Stadt eine weitere Verschärfung der Lage. Südlich von Leipzig sei das Entlastungsbauwerk Zitzschen geöffnet worden. Damit wird der Zwenkauer See mit Wasser aus der Weißen Elster geflutet, um die Stadt Leipzig zu schützen. Innerhalb der sächsischen Großstadt sind die seit 2011 erneuerten Deiche derzeit offenbar stabil.

+++ 11.31 Uhr: Weitere Todesopfer in Tschechien +++

Aus Tschechien werden weitere Hochwasseropfer gemeldet. Es soll mittlerweile fünf Tote geben haben. Mindestens vier weitere Menschen gelten laut Polizei als vermisst, darunter zwei Männer, die auf einem Hochwasserfluss eine Rafting-Tour unternommen hatten.

+++ 11.26 Uhr: Gotthard-Bahnlinie unterbrochen +++

Die Gotthard-Bahnlinie durch die Schweizer Alpen ist durch einen Steinschlag als Folge starker Regenfälle teilweise nicht mehr passierbar. Betroffen ist nach Angaben der Schweizerischen Bundesbahn der Streckenabschnitt zwischen den Bahnhöfen Immensee und Arth-Goldau im Kanton Schwyz. Eine Schutzmauer sei wegen des durchnässten Bodens ins Rutschen gekommen. Rund 30 Kubikmeter Gestein hätten die Gleise verschüttet. Die Reparatur werde bis Donnerstag dauern. Die Züge wurden zwischen Luzern und Art-Goldau über die Stadt Zug umgeleitet.

+++ 11.10 Uhr: Innenminister appelliert an Bürger +++

Eindringlicher Appell von Sachsens Innenminister Markus Ulbig an die Vernunft der Bürger: "Das, was wir hier machen, ist kein Spaß", so der CDU-Politiker. Ulbig ist verärgert weil manche Anwohner in Flussnähe die Aufforderung zur Evakuierung missachten und es bereits Zwangsräumungen gab. Er verstehe, dass die Menschen Angst um ihr Eigentum hätten, sagt der Minister. Es könne aber nicht sein, dass sie uneinsichtig blieben und die Behörden sie zwingen müssten. Wenn Betroffene vom Wasser eingeschlossen seien, müsse am Ende die Luftrettung eingreifen.

+++ 10.59 Uhr: Aigner lehnt Hilfen für Bauern vorerst ab +++

Die vom Hochwasser betroffenen Landwirte sollen vorerst keine direkten Hilfen vom Bund bekommen. Zunächst müsse sich ihre Behörde einen Überblick über die Schäden verschaffen, sagt Bundesagrarministerin Ilse Aigner dem RBB-Inforadio. Man müsse noch abwarten. Die CSU-Politikerin verweist auch auf Verhandlungen über Agrargelder auf europäischer Ebene. "Die Direktzahlungen stellen ja auch eine Art Krisenabsicherung dar, das geht oft in der Diskussion in der Öffentlichkeit verloren. Aber das ist auch ein Grundpolster für die Landwirte, das wir ihnen gewähren."

+++ 10.56 Uhr: Grimma richtet Spendenkonto ein +++

Die Stadt Grimma in Sachsen bittet um Spenden zur Beseitigung der Hochwasserschäden: "Zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre ein Jahrhunderthochwasser! Grimma hat es wieder massiv erwischt", postet die Stadtverwaltung auf ihrer Facebook-Seite und richtet ein Spendenkonto ein. Das Wasser der Mulde hat Teile der Stadt im Kreis Leipzig überflutet, die Altstadt ist evakuiert, die Schulen sind geschlossen. Grimma war auch 2002 von schweren Überschwemmungen betroffen.

+++ 10.44 Uhr: Einsatzkräfte geben Dämme auf +++

Die Pegelstände in Sachsen und Thüringen steigen unaufhörlich. Im Landkreis Leipzig geben die Einsatzkräfte Dämme auf und konzentrieren sich auf die Rettung von Menschen. Bei Nitzschka wird ein Damm unterspült. Im gesamten Bereich des Flusses Wyhra gilt Katastrophenalarm.

Auch der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge löst für alle an der Elbe gelegenen Städte und Gemeinden Katastrophenalarm aus. Betroffen sind unter anderem Bad Schandau, Rathen und Pirna, die in den vergangenen Jahren wiederholt von Hochwasser betroffen waren. Die Behörden bereiten die Evakuierung der Einwohner vor.

+++ 9.56 Uhr: Dresden befürchtet Neun-Meter-Pegel +++

Banges Warten in Dresden: Teile der Elbmetropole drohen erneut in den Fluten zu versinken. Während die Stadt noch von einem Wasserstand um 8,50 Meter ausgeht rechnet das Umweltministerium mit einem Pegel von bis zu neun Metern - fast so viel wie bei der Jahrhundertflut im August 2002 (9,40 Meter). Der Stadtteil Laubegast wäre dann wieder eine Insel - von der Elbe und einem Arm des Flusses eingeschlossen.

Wann der Scheitel der Flut kommt, ist noch nicht absehbar. Hintergrund für die Lage an der Elbe sind die Niederschläge in Böhmen. Die Moldau in Prag hat derzeit eine Abflussmenge von 3000 Kubikmeter pro Sekunde - normal sind 300.

+++ 9.07 Uhr: Landeschefin beruft Krisensitzung ein +++

Wegen der angespannten Hochwasserlage sagt Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht die für morgen in Brüssel geplante auswärtige Kabinettssitzung abgesagt. Stattdessen will sich die CDU-Politikerin mit ihren Ministern und Ministerinnen um 17 Uhr zu einer Sondersitzung in Erfurt treffen.

+++ 9.02 Uhr: Flut in Passau erreicht historische Marke +++

In Passau spitzt sich die Lage weiter zu. Der Hochwassernachrichtendienst im Bayerischen Landesamt meldet, dass die Donau den Pegelstand von 12,20 Metern überschritten hat. Damit steht das Wasser bereits höher als bei der historischen Flut von 1954 mit einem Stand von damals 12,20 Metern.

Mit einem weiteren Anstieg wird gerechnet, da aus dem Oberlauf der Donau und den Zuläufen weitere Wassermassen in die Dreiflüssestadt fließen.

+++ 8.49 Uhr: Banges warten in Prag +++

Auch in Tschechien ist die Situation weiter kritisch. In Prag wird im Laufe des Vormittags die Scheitelwelle der Moldau erwartet. Die Prager Feuerwehr hat mobile Hochwasserbarrieren errichtet, um die berühmte Altstadt zu schützen. Der U-Bahn-Verkehr im Zentrum der Millionenstadt ist aus Sicherheitsgründen eingestellt worden.

+++ 8:22 Uhr: Erstes Aufatmen in Baden-Württemberg +++

In Baden-Württemberg ist Entspannung in Sicht. Die Pegelstände in dem Bundesland fallen fast überall, heißt es aus der Hochwasser-Vorhersage-Zentrale. Allerdings sei die Lage am Rhein und am Main weiter kritisch. "Der Wasserstand am Oberrhein bei Maxau ist noch leicht am Steigen", warnt ein Sprecher. Zwischen Mannheim und Karlsruhe seien als Schutzmaßnahme Polder geflutet worden. Der Wasserstand des Mains bei Wertheim soll im Laufe des Tages wieder leicht ansteigen. Die Donau jedoch führt etwas weniger Wasser als zuletzt.

+++ 7.42 Uhr: Lage in Zeitz dramatisch +++

Im Süden Sachsen-Anhalts bleibt die Lage an den Flüssen kritisch. Entlang der Weißen Elster und der Saale gelte überall die Hochwasserwarnstufe 4, heißt es aus der Landeshochwasserzentrale. Die Werte an den Pegeln steigen weiter. An der Weißen Elster in Zeitz wird für den Mittag der Scheitel erwartet. Ein Katastrophenschutzleiter nennt die Lage in Zeitz dramatisch. 700 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Einzelne Evakuierungen gab es auch an der Saale in Weißenfels.

In Magdeburg soll im Laufe des Tages das Pretziner Wehr geöffnet werden. Damit wird seit jeher versucht, die Landeshauptstadt und die Stadt Schönebeck vor Überflutungen zu schützen. In Halle wurde ein Pflegeheim evakuiert. Außerdem stehen in der Stadt 80.000 Sandsäcke bereit.

+++ 7.25 Uhr: Hochwasser behindert Bahnverkehr +++

In Süd- und Niederbayern sind wegen der Fluten einige Bahnstrecken unterbrochen. Betroffen sind nach Angaben der Deutschen Bahn unter anderem die Verbindungen München-Salzburg, Traunstein-Ruhpolding sowie zwischen Weilheim und Garmisch-Partenkirchen. Der Bahnhof Rosenheim ist komplett gesperrt; dort stehen die Züge bereits seit Sonntagabend still. Die Flughäfen München, Nürnberg und Augsburg arbeiten dagegen Störungsfrei.

+++7.06 Uhr: Altenburger Land unter Wasser +++

In Ostthüringen gilt in mehreren Orten Katastrophenalarm. Im Altenburger Land sind entlang der Sprotte und Pleiße große Teile der Gemeinden teilweise oder ganz überschwemmt. Mehr als 1200 Menschen haben ihre Häuser verlassen. In Serbitz ist ein Damm auf einer Länge von 50 Metern gebrochen. Zahlreiche Straßen im Landkreis sind komplett gesperrt. Einigerorts sind Schulen geschlossen. Die Meteorologen kündigen weiteren Regen an.

Laut Krisenstab ist die Lage in Greiz unverändert kritisch, auch wenn die Pegel leicht fallen. Der Wasserstand der Weißen Elster steht bereits bei 4,90 Meter. Im Geraer Stadtteil Untermhaus rufen die Behörden die Menschen auf, sich in Sicherheit zu bringen - allerdings auf freiwilliger Basis. Die Pegelspitze der Weißen Elster wird dort für 8.00 Uhr erwartet, heißt es.

+++ 6.55 Uhr: Passau droht Rekordflut +++

In Passau sind die Wasserstände in der Nacht erneut gestiegen. "Wir rechnen damit, dass im Laufe des Tages an Inn und Donau die historischen Höchststände von 1954 erreicht werden", warnt ein Sprecher des Passauer Krisenstabs. Am Inn beträgt der Wasserstand bereits 9,60 Meter, an der Donau 12 Meter.

+++ 5.59 Uhr: Eilenburger Innenstadt evakuiert +++

Im Landkreis Nordsachsen wird die Situation an der Mulde immer kritischer. Die Pegel steigen weiter, sagte der Sprecher des Landkreises. Von den Werten des Hochwassers von 2002 sei man nicht mehr weit entfernt. Besonders betroffen ist die Stadt Eilenburg. Die gesamte Innenstadt ist evakuiert. Rund 7.000 Menschen befinden sich in Notquartieren.

mad/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters