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General-Motors: Chinesen übernehmen Hummer

Erster Erfolg für General Motors: Der angeschlagene US-Autobauer hat einen Käufer für seine Geländewagen-Marke Hummer gefunden. Ein chinesischer Spezialmaschinen-Hersteller wird der neue Eigentümer. 3000 Arbeitsplätze in den USA sollen so gerettet werden.

Der insolvente US-Autobauer General Motors (GM) verkauft die Geländewagenmarke Hummer an einen chinesischen Spezialmaschinen-Hersteller. Die Sichuan Tengzhong Heavy Industrial Machinery Co. werde sowohl die Rechte an der Marke Hummer als auch die bestehenden Händler-Beziehungen übernehmen, teilte GM am Dienstag mit.

Es sei außerdem angedacht, eine langfristige Produktionsvereinbarung zu treffen, hieß es weiter. Finanzielle Details würden noch verhandelt und zum jetzigen Zeitpunkt nicht veröffentlicht. Insgesamt sollen durch das Abkommen 3000 Stellen in den USA gerettet werden, der Hauptstandort soll weiterhin in den USA liegen. Auch das Management soll bleiben. Tengzhong ist ein Privatunternehmen, das im Straßenbau, Hochbau und der Ausrüstung für die Energieindustrie tätig ist.

US-Medien hatten bereits zuvor über die Einigung mit den Chinesen berichtet. Der seit langem geplante Verkauf soll bis zum Ende des dritten Quartals abgeschlossen werden, sofern die zuständigen Behörden zustimmen. Der "New York Times" zufolge muss Tengzhong erst die Genehmigung der chinesischen Behörden abwarten.

Als letzte Überlebenschance hatte GM zu Wochenbeginn die Insolvenz beantragt. In dem Gläubigerschutz-Verfahren soll der Konzern weitgehend verstaatlicht und gesundgeschrumpft werden. GM will sich von einer Reihe von Marken trennen. In Deutschland ziehen sich die Amerikaner bei der bisherigen Tochter Opel auf einen Anteil von 35 Prozent zurück, die Mehrheit soll an den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna und dessen russische Partner gehen.

Lage auf US-Automarkt bleibt dramatisch

Unterdessen hält die Flaute am US-Automarkt an. Zwar feierten einige Autobauer den Mai bereits als besten Monat des Jahres, dennoch mussten sie immer noch Absatzeinbrüche um die 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verkraften. So verkaufte GM mit 191.875 Autos auf seinem Heimatmarkt 29,6 Prozent weniger als im Mai 2008, aber doch 19.000 mehr als im April. Das sei in diesem Jahr die beste monatliche Absatzentwicklung gewesen, teilte der Autobauer mit.

Konkurrent Ford verkaufte im Mai mit 161.531 gut 24 Prozent weniger Autos als im Vorjahr. Der japanische Autobauer Toyota musste in den USA einen Absatzeinbruch von 38,4 Prozent auf 152.583 Fahrzeuge verkraften. Der Absatz des insolventen Autoherstellers Chrysler brach sogar um knapp die Hälfte auf 79.010 Fahrzeuge ein.

Daimler verkaufte im Mai in den USA mit 16.303 Autos etwas mehr als ein Drittel weniger als im Vorjahr. Auch BMW verbuchte einen Absatzeinbruch von rund 28 Prozent auf 22.993 Fahrzeuge. Volkswagen schlug sich verglichen mit der Konkurrenz erneut vergleichsweise wacker und verkaufte mit 19.568 nur 12,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Ähnlich schnitt die VW-Tochter Audi ab, mit einem Absatzminus von 12,1 Prozent. Der Sportwagenbauer Porsche setzte in Nordamerika mit 2140 Neuwagen 29 Prozent weniger Fahrzeuge ab.

DPA/AP / AP / DPA
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