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Elektroauto für jede Situation GMC Hummer EV: Der Elektro-Riese, der mit Superlativen protzt

der Hummer EV steht auf bergigem Untergrund
Der Hummer EV soll genauso auf der Straße wie auch im Gelände überzeugen
© ASSOCIATED PRESS | Uncredited / Picture Alliance
Mit dem GMC Hummer EV will General Motors alles möglich machen. Für den 4,5 Tonnen schweren Koloss ist demnach kein Gelände unbefahrbar, zugleich kann er mit einem Sportwagen mithalten: drei Elektromotoren kommen auf bis zu 1000 PS und eine Spitzen-Beschleunigung. 

Kraftvoller Motor, Offroad-Eigenschaften, protziges Aussehen: Der Hummer ist geprägt von markanten Eigenschaften. Allerdings stellte General Motors (GM) die Produktion des SUVs mit Verbrennungsmotor bereits vor einigen Jahren ein. Nun bringt der Autokonzern den Wagen in neuer Generation als Elektroauto heraus.

Der GMC Hummer EV erscheint zunächst als Pick-up, später auch als SUV-Modell. Dabei treiben – je nach Variante – maximal drei Elektromotoren den Elektro-Riesen an. Der Pick-up kommt auf bis zu 1000 PS und soll in drei Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen können, der SUV mit bis zu 830 PS soll dafür eine halbe Sekunde mehr benötigen. Das maximale Drehmoment liegt bei kraftvollen 15.500 Newtonmeter.

Hummer EV befreit sich krabbenartig aus schwierigen Lagen

Damit protzt der allradangetriebene GMC Hummer EV mit Superlativen: kein Fahrzeug der Konkurrenz fährt so weit und erreicht eine derartige Leistung – auch im Gelände. Auf Knopfdruck legt das Elektroauto den "Crabwalk" ein und bewegt sich mit seinen 35-Zoll-Geländerädern krabbenartig in diagonaler Richtung, um sich so aus festgefahrenen Lagen zu befreien. Dabei lenken die Hinterräder, welche sich um bis zu zehn Grad einschlagen lassen, mit. Mithilfe des "Crabwalk" durchfuhr der 4,5 Tonnen schwere Pick-up auch den Rubicon Trail in Kalifornien, den schwierigsten Off-road-Parcours der Welt.

Acht Kameras ermöglichen bis zu 18 Ansichten beim Pick-up (17 beim SUV), die unter anderem im Fahrzeugboden verbaut sind. So soll die Fahrerin oder der Fahrer stets im Auge haben können, was unterhalb des Fahrzeugs passiert. Befinden sich dort etwa größere Steine, lässt sich der GMC Hummer EV um 15 Zentimeter anheben. Auch ein Tieferlegen um fünf Zentimeter ist möglich. Der Unterboden des Fahrzeugs ist speziell geschützt – bei der ersten Pick-up-Version sogar serienmäßig mit Panzerung. Fahrassistenzsysteme sollen autonome Fahrfunktionen ermöglichen, etwa das freihändige Fahren und den automatischen Spurwechsel.

General Motors setzt auf Elektroauto mit maximaler Leistung

"Wir wollten zeigen, was elektrisch geht", sagt Tim Crewe, bei GM der Direktor für E-Strategie. "Die Erfahrungen, die wir mit dem Hummer gemacht haben, fließen in weitere Elektromodelle ein." Bei GM warten derzeit der Pick-up Chevrolet Silverado, die beiden SUVs Chevrolet Blazer und Chevrolet Equinox, die Cadillac-Modelle Lyriq (Crossover) und Celestiq (Luxuslimousine) auf ihren Marktstart. Alle basieren auf der neu entwickelten Ultium-Architektur.

Auch der GMC Hummer EV ist auf deren Basis gebaut – holt aber das Maximum heraus. Die Batteriemodule sind doppelstöckig angeordnet, bringen 1,5 Tonnen auf die Waage und haben eine Kapazität von mehr als 200 kWh. Damit soll der Pick-up 560 Kilometer weit kommen – umgerechnet ein Verbrauch von gut 36 kWh auf 100 Kilometer. Zum Vergleich: Der aktuell größte Elektro-SUV auf dem deutschen Markt, der BMW iX, kommt auf 19,8 kWh je 100 Kilometer nach WLTP.

Der Wagen ist mit einem 800 Volt Schnellladesystem erhältlich, mit dem bis zu 350 kW Gleichstrom in die Batterie fließen sollen. Beim SUV sind es bis zu 300 kW. So soll Ersterer Strom für eine Reichweite von rund 160 Kilometer in zehn Minuten laden können. Der Ladevorgang der Batterie wird durch aufleuchtende Elemente in den Scheinwerfern dargestellt.

Ansonsten ähnelt der Elektro-Fünfsitzer optisch relativ stark seinen Vorgängermodellen. Im Interieur setzt GM auf ein 12,3 Zoll Fahrerdisplay hinter dem Lenkrad sowie ein 13,4 Zoll großes Zentraldisplay mit Touch-Funktion. Beim Pick-up ist ein Dach erhältlich, welches sich abnehmen lässt, sodass das Auto zu einer Art Cabrio wird.

Teurer als jeder andere Pick-up des Konzerns

Die erste Version des Pick-up konnte im vergangenen Herbst für 112.000 US-Dollar – teurer als jeder andere Pick-up im Konzern – vorbestellt werden, hat inzwischen aber die maximale Zahl an Reservierungen erreicht. Die nächste Version soll im kommenden Herbst, zwei weitere leistungsärmere und preiswertere Versionen im Frühling 2023 bzw. im Frühling 2024 erhältlich sein. Der Preis der letzten beiden Versionen liegt bei 94.650 US-Dollar bzw. 84.650 US-Dollar.

Der GMC Hummer EV als SUV-Modell mit vergleichsweise etwas kürzerem Radstand, weniger Batteriekapazität und weniger Leistung soll in der ersten Version ab dem Frühjahr 2023 auf den Markt kommen. Auch er hat bereits die maximale Zahl an Reservierungen erreicht, die zweite Version und dritte Version sind für den Frühling 2023 angekündigt. Im Frühling 2024 kommt dann auch hier eine vierte Version auf den Markt. Ob der Elektro-Hummer tatsächlich nach Europa kommt, lässt sich bisher jedoch nicht sicher sagen.

Quellen: GMC, ADAC

nk

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