VG-Wort Pixel

"The Masked Singer" Kummer für den Hummer – das Schalentier sagt "Ciao"

Der Hummer auf der Bühne der Prosieben-Show "The Masked Singer"
Enttarnt: Der Hummer auf der Bühne der Prosieben-Show "The Masked Singer"
© Rolf Vennenbernd / DPA
HP Baxxter, Toni Erdmann, Katharina Thalbach – auch in der zweiten Sendung tippte Comedian Bülent Ceylan frei nach dem Motto: Viel an die Wand schmeißen, mal schauen, was kleben bleibt. Und diesmal klappte es. Auch Gastjurorin Ruth Moschner lag richtig. 
Von Ingo Scheel

Vorneweg gab es von Mathias Opdenhövel erst noch einmal eine Richtigstellung, eine Kurskorrektur, ein Heads-up, wie es so schön heißt: Dies ist keine Gesangsshow, Leute. Das ist ein Ratespiel. Vielleicht gar nicht so verkehrt, das noch einmal klarzumachen, so ambitioniert, wie die musikalischen Mummen hier antreten, man könnte glatt meinen, es geht doch ums Stimmvolumen. Einigen wir uns auf Unentschieden: Hier die Jury, mal mit dem Stock im Nebel, dann wieder scharf analysierend, dort die unter ihren tonnenschweren Kostümen schwitzenden Sänger*Innen – letztlich geht es ja doch um einen Mix aus beidem.

Ruth Moschner ersetzt Didi Hallervorden

Dezimiert um die Biene alias Veronica Ferres, die in der Vorwoche mit ihrer Sprachfehler-Version von "Sweet O’Child" die Segel streichen musste (geht nicht um den Gesang, Leute!), trat im ersten Duell der Hummer an. Das charmante Schalentier croonte sich einigermaßen souverän durch Bruno Mars’ "24K Magic", das Namensroulette wurde umgehend von der Jury eröffnet – hier saß Ruth Moschner dort, wo letzte Woche Didi Hallervorden die Haare zu Berge standen – als würden Namenskärtchen aus einer Lostrommel gezogen: DJ Bobo, Jochen Schropp, HP Baxxter, Massimo Sinato, Stefan Henssler, sonst noch jemand ohne Fahrschein? Das Verwunderliche, das sich am Ende der Sendung erst manifestieren sollte: Der richtige Name war hier tatsächlich schon dabei. Aber bis das ans Tageslicht kommen würde, musste man erst noch um die drei Stunden, oder anders gesagt, ca. 45 Werbeminuten durchhalten.

Gegner des Hummers war das Nilpferd. Das Happy Hippo – "oben Rainer Calmund, unten Shakira" (Bülent Ceylan) – versuchte sich zu einer psychedelischen Badewannen-Choreografie am Prince-Klassiker "Purple Rain". Auch hier wieder ein vogelwilder Anwurf aus Vermutungen. Sonja Zietlow wähnte eine "Person of Color" unterm Kostüm und brachte den Namen Haddaway ins Spiel, Bürger Lars Dietrich, Nelson Müller und Sasha wurden ebenfalls genannt. Sieger des ersten Duells war das Nilpferd. Was noch keiner ahnte: Für den unterlegenen Hummer würde der Abend mit seiner Enttarnung enden.

Das zweite Duell wie aus dem Kreuzworträtsel-Lexikon: Anubis mit "Legendary" von Welshly Arms gegen Alpaka mit "Hot Stuff" von Donna Summer. Besonders interessant hier die Einschätzung Sonja Zietlows, beim Anubis könne es sich um Nino de Angelo handeln. Nun denn, der Mann ist schwer krank, soll nur noch wenige Jahre zu leben haben, wie es kürzlich hieß, warum sollte der keinen ProSieben-Vertrag als ägyptischer Totengott auf der Bucketlist stehen haben? In jedem Fall ist er weiter im Spiel, das Duell gegen das Alpaka entschied er für sich.

Die Jury-Erkenntnisse für letzteren Kandidaten: Atmet schwer. Könnte Tanja Schewtschenko, Marlene Lufen, Sylvie Meis oder Bonnie Strange sein. Oder Pamela Reif, denn auch die hat, so Bülent Ceylan, und dafür gibt es einen Sixtuswohl-Punkt extra, "kleine Füße".

Jury glänzt mit erstaunlichen Feststellungen

Der Dreikampf Erdmännchen gegen Frosch gegen Katze im Überblick: Beim Erdmännchen-Paar könnte es sich um ein echtes Duo handeln, so wurde gemunkelt, etwa Jörn Schlönvoigt und Hanna Weig, die Filmfamilie Erdmann, Katze & Cordalis, die Odonkors oder sogar Helene Fischer und Flori Silbereisen. Der Frosch ratterte sich mit leicht sächsischem Akzent durch ein Scooter-Medley und die Katze schmachtete Queens "The Show Must Go On". Das tat sie denn auch, also weitergehen, die Schau, Sie wissen schon, und plötzlich kursierte beim Frosch der Name Robert Habeck, das war dann doch ein wenig too much. Dann schon lieber die charmanten Einlassungen Richtung Katze, hier müsste es sich, so der Tenor, wohl um eine ältere Dame handeln: Katharina Thalbach, Senta Berger, Vicky Leandros, Iris Berben – oder Uschi Glas.

Im finalen Zweikampf dann, ihr Entrée untermalt von Musik aus "Akte X" und "Halloween", das Alien gegen das Skelett. Beim blaupelzigen Außerirdischen schließlich ein komischer Gedanke, der an das selige WM-Maskottchen Goleo gemahnte. Genau wie damals beim Fussi-Löwen auch hier das merkwürdige Gefühl: Wenn man sich erst einmal vor Augen gehalten hat, dass das knuffige Tier augenscheinlich keine Hose anhat, muss man immer wieder hingucken. Nun denn, immerhin konnte man sich mit einigen anderen Schau- und Horchwerten ablenken: Bülent Ceylans schiefem Bart, Bonnie Tylers "Total Eclipse From The Heart" in der Skelett-Version und erneuten Jury-Bonmots voll erstaunlicher Feststellungen: Das Alien kann nicht Peter Maffay sein. In Deutschland kann eigentlich nur Sarah Connor "hammermäßig" singen und der Kürbis, jahaaa, der Kürbis ist ein Zeichen für irgendwas. Richtig, Ruth, für Halloween. Haben wir das auch geklärt

Am Ende des langen Ritts in die Nacht schmiss sich der Hummer aus der Schale – und tatsächlich, unter den eingangs erwähnten Namen, am Schluss auch von Ruth Moschner gemutmaßt, war seiner dabei: Jochen Schropp. Der stark Verschwitzte nahm es sportlich. Erzählte davon, dass er doch extra eine vorproduzierte Insta-Story vom heimischen Kochen für den Freund als Alibi gepostet hatte. Nützte alles nichts. Am Schluss sang Hummer-Jochen alias Lobster-Schroppster noch einmal seinen Song und das überaus entspannt und solide. "Den Schwanz lass ich dran", seine letzten Worte. Oder wie Bülent Ceylan sagen würde: Geil, geil, geil. Obergeil.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker