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Geschäftsbericht: VW-Aktien verhelfen Porsche zu Milliarden-Gewinn

VW sei Dank: Die Volkswagen-Beteiligung hat Porsche im ersten Geschäftshalbjahr 2008/09 einen kräftigen Gewinnsprung beschert. Der Sportwagenbauer konnte seinen Überschuss im Vergleich zum Vorjahr von 1,3 Milliarden auf 5,62 Milliarden Euro vervierfachen und erzielte mehr Gewinn als Umsatz. Ohne die Aktien sähe das Ergebnis allerdings mager aus.

Porsche profitiert massiv von der VW-Beteiligung und hat in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2008/09 mehr Gewinn als Umsatz erzielt. Der Überschuss habe sich im Vergleich zum Vorjahr von 1,3 Milliarden auf 5,62 Milliarden Euro mehr als vervierfacht, teilte das Unternehmen am Dienstag in Stuttgart mit. Das Vorsteuerergebnis legte von 1,66 Milliarden Euro auf 7,34 Milliarden Euro zu. Den Großteil seines Gewinns erwirtschaftete Porsche durch Geschäfte mit VW-Aktien, dieser Anteil stieg von 850 Millionen auf 6,84 Milliarden Euro.

Im Fahrzeuggeschäft hinterlässt die Absatzkrise aber auch bei den erfolgsverwöhnten Stuttgartern Schrammen. Absatz und Umsatz brachen im ersten Halbjahr ein. Auch für das Gesamtjahr rechnet der Sportwagenbauer mit sinkenden Verkäufen und Erlösen. Eine konkrete Prognose wagt Porsche-Chef Wendelin Wiedeking jedoch nicht.

Auch beim operativen Gewinn musste Porsche Einbußen hinnehmen. Ohne die Optionsgeschäfte und den Gewinnanteil von Volkswagen hätte der Gewinn bei gut 300 Millionen Euro gelegen, sagte ein Porsche-Sprecher. Ein Jahr zuvor war es noch rund eine halbe Milliarde.

Sparprogramm soll Absatzkrise mildern

Allerdings will Porsche in den nächsten Monaten wieder mehr Autos bauen als im Januar geplant. Damals hatte Wiedeking nach elf Tagen Produktionsstopp im Stammwerk Stuttgart-Zuffenhausen weitere 19 Tage bis zu den Sommerferien angekündigt. Davon wurden nun sechs Tage wieder gestrichen. Dadurch sollen nur rund 3800 statt der bisher geplanten 4800 Autos weniger produziert werden. Außerdem reagiere Porsche mit einem Sparprogramm im "deutlich spürbaren dreistelligen Millionenbereich" auf die Absatzkrise, sagte der Sprecher.

Die Verkäufe schrumpften um fast 27 Prozent auf rund 34.300 Fahrzeuge, wie das Unternehmen bereits Anfang März mitgeteilt hatte. Der Umsatz sank in den ersten sechs Monaten um 12,8 Prozent auf 3,04 Milliarden Euro, aufs Jahr gesehen schrumpfte er um 9,2 Prozent auf 3,32 Milliarden Euro. Der operative Gewinn aus dem Fahrzeuggeschäft ging im niedrigen zweistelligen Prozentbereich zurück. Porsche hält derzeit gut 50 Prozent an Europas größtem Autobauer VW und will seinen Anteil in diesem Jahr noch auf 75 Prozent erhöhen.

DPA/AP/Reuters/AFP / AP / DPA / Reuters