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Gespräche Bahn & GDL: Zurück hinter verschlossenen Türen

Die zunächst abgebrochenen Gespräche zwischen Bahn-Chef Hartmut Mehdorn und Manfred Schell von der Lokführergewerkschaft GDL werden offenbar wieder aufgenommen - erneut an unbekanntem Ort. Die GDL verkündet, sie rechne in Kürze mit einem neuen Angebot der Bahn. Die schweigt.

Im Tarifkonflikt bei der Bahn sollen die Sondierungsgespräche zwischen Konzern und Lokführergewerkschaft GDL fortgesetzt werden. Die Gewerkschaft rechne mit einem neuen Angebot der Bahn, sagte ihr Bezirksvorsitzender in Nordrhein-Westfalen, Frank Schmidt, in Dortmund der Deutschen Presse- Agentur dpa. Bei mehrstündigen Gesprächen zwischen Bahnchef Hartmut Mehdorn und GDL-Chef Manfred Schell sei noch kein Angebot vorgelegt worden, aber man sei "auf einem guten Weg", sagte Schmidt. Ort und Zeit der erneuten Gespräche nannte er nicht. Die Bahn wollte am Mittwochmorgen nicht Stellung nehmen. "Wir haben Stillschweigen vereinbart", sagte ein Sprecher.

Bahn-Aufsichtsratsmitglied Georg Brunnhuber bestätigte, dass es zunächst weitere Sondierungen geben solle, die möglicherweise auch noch bis Donnerstag dauern könnten. "Aber ich bin überzeugt, dass die weiteren Sondierungsgespräche zu einem Angebot führen werden", sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete im RBB-Inforadio. Der Bahn-Vorstand wolle zunächst klären, "was denn jetzt die wichtigste Forderung ist". Ein "wirklich verhandlungsfähiges" Angebot lasse dann keiner Seite Raum für Ausflüchte. Brunnhuber sagte, er halte es für realistisch, dass Ende der Woche Verhandlungen beginnen könnten.

Mehdorn und Schell hatten nach einem rund vierstündigen Austausch kommentarlos die alte Bahnzentrale in Frankfurt verlassen. Die Gespräche hatten am Dienstagvormittag in Egelsbach bei Darmstadt begonnen und waren zeitweise unterbrochen worden. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hatte bereits nach einem Treffen mit Schell und Mehdorn angekündigt, dass die Bahn ein neues Angebot zugesagt habe. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verlangte von den Tarifparteien "volle Konzentration" auf eine Einigung. "Der Tarifkonflikt bei der Bahn darf nicht bis Weihnachten dauern", sagte sie der "Bild"-Zeitung.

Das bisherige Angebot der Bahn enthält 4,5 Prozent mehr Geld, 600 Euro Einmalzahlung sowie weitere Verdienstmöglichkeiten durch Mehrarbeit. Die GDL fordert einen eigenständigen Tarifvertrag für das Fahrpersonal und Einkommensverbesserungen im zweistelligen Prozentbereich. Neue Streiks hat die Gewerkschaft zunächst nicht angekündigt.

AP/DPA / AP / DPA