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Gewinneinbruch bei Goldman Sachs: Bankerboni-Steuer kostet Investmentbank 600 Millionen Dollar

Die Steuer auf Bonuszahlungen in Großbritannien haben den Gewinn der US-Investmentbank Goldman Sachs im zweiten Quartal um 83 Prozent einbrechen lassen. Nicht eingerechnet ist das Bußgeld der US-Börsenaufsicht SEC in Höhe von 550 Millionen Dollar.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat im zweiten Quartal deutlich weniger Gewinn gemacht. Die Bank verdiente von April bis Juni unter dem Strich 453 Millionen Dollar (rund 350 Millionen Euro), das waren 83 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein machte ein insgesamt verschlechtertes Marktumfeld im zweiten Quartal für den Dämpfer verantwortlich.

Belastet wurde die Bank außerdem von einer Steuer auf Bonuszahlungen an Banker in Großbritannien, die mit 600 Millionen Dollar zu Buche schlug. Die Bank zahlte ihren Angestellten im zweiten Quartal rund 3,8 Milliarden Dollar an Vergütung, das entspricht 43 Prozent des gesamten Umsatzes. Damit liegt die Bezahlung der Mitarbeiter allerdings immer noch um 43 Prozent unter jener im Vorjahresquartal und 31 Prozent niedriger als im ersten Quartal 2010. Goldman Sachs war mehrfach wegen hoher Bonuszahlungen für seine Mitarbeiter in die Kritik geraten.

Nicht enthalten in den Zahlen für das zweite Quartal ist eine Strafe von mehr als einer halben Milliarde Dollar, die die Bank an die US-Börsenaufsicht SEC zahlen muss. Auf diese Strafzahlung hatten sich SEC und Goldman Sachs in der vergangenen Woche geeinigt, weil die Bank ein dubioses Wertpapier angeboten hatte. Goldman Sachs habe dabei zudem verschwiegen, dass einer ihrer wichtigsten Kunden, der Investmentfonds Paulson, auf die Schaffung des Produktes gedrungen und gleichzeitig auf den Verfall der Papiere gewettet habe.

AFP/APN