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Glänzende Halbjahresbilanz: VW fährt Milliardengewinn ein

Der Volkswagen-Konzern hat im ersten Halbjahr 2010 glänzende Ergebnisse eingefahren. Selbst der Vorstand war überrascht über die Höhe der Gewinne. Unterm strich verdiente VW gut doppelt so viel wie im gesamten vorigen Jahr.

Die weltweit steigende Autonachfrage hat Europas größtem Autobauer Volkswagen im ersten Halbjahr einen Milliardengewinn beschert. Unter dem Strich stehen in der am Donnerstag veröffentlichten Zwischenbilanz des Wolfsburger Konzerns 1,8 Milliarden Euro, nach knapp 500 Millionen im Vorjahreszeitraum. VW verdiente damit in den ersten sechs Monaten 2010 gut doppelt so viel wie im gesamten vorigen Jahr.

"Das Ergebnis des ersten Halbjahres hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen", sagte VW-Chef Martin Winterkorn in der Konzernzentrale. VW habe auf dem Weg an die Weltspitze seine Stellung auf den internationalen Automärkten weiter stärken können. Allerdings geht die VW-Führung nicht davon aus, dass die Entwicklung sich in der zweiten Jahreshälfte unvermindert fortsetzt. Dennoch erwarte man einen Umsatz und ein Ergebnis deutlich über Vorjahreshöhe. 2009 hatte VW 6,3 Millionen Fahrzeuge verkauft und ein operatives Ergebnis von 1,9 Milliarden Euro erzielt. Unterm Strich blieben 911 Millionen Euro.

Seine Barreserve erhöhte Volkswagen im ersten Halbjahr auf 17,5 Milliarden Euro. Dazu hat unter anderem eine Kapitalerhöhung beigetragen. Weiteren Kapitalbedarf gebe es nicht. "Wir fühlen uns sehr wohl mit unserer Liquiditätssituation", sagte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch. "Diese Liquidität erlaubt uns, unseren Plan 2018 umzusetzen." VW will bis zu diesem Jahr Toyota überholen und zum größten Autobauer der Welt aufsteigen.

Weltweit steigende Nachfrage

Im ersten Halbjahr stieg der Konzernumsatz im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2009 um 20,7 Prozent auf 61,8 Milliarden Euro. Die Vorjahresbasis war jedoch sehr schwach. Denn Anfang 2009 war der Autoabsatz wegen der Wirtschaftskrise eingebrochen. Das änderte sich erst mit der Abwrackprämie wieder, von der Volkswagen zwar stark profitierte, gefragt waren vor allem aber kleinere Modelle, bei denen auch die Gewinnspannen geringer sind.

Die jüngste Entwicklung mit einer Absatzsteigerung von 16 Prozent auf 3,6 Millionen Autos im ersten Halbjahr wird von einer rasant steigenden weltweiten Nachfrage getragen - vor allem im Boom-Markt China. Hinzu kommen Kostensenkungen in den Produktionsabläufen und günstige Wechselkurseffekte durch den schwachen Euro im Vergleich zum Dollar, die Pötsch auf 400 Millionen Euro bezifferte.

Audi wieder stärkste Marke im Konzern

Alle Marken des Konzerns konnten von der positiven Entwicklung profitieren. Vor allem die Kernmarke Volkswagen PKW erzielte deutlich höhere Gewinne als im Vorjahr. Das operative Ergebnis überschritt eine Milliarde Euro, nach 216 Millionen im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg um 26,2 Prozent auf 39,2 Milliarden Euro.

Den höchsten Anteil zum operativen Ergebnis des Konzerns - insgesamt 2,8 Milliarden Euro - steuerte wieder die Premiummarke Audi bei, mit 1,3 Milliarden Euro, nach rund 800 Millionen im Vorjahr. Der Umsatz stieg um 20,9 Prozent auf 17,6 Milliarden Euro, der Absatz um 16,4 Prozent auf 660.000 Autos. Auch die tschechische Tochter Skoda verzeichnete einen deutlichen Zuwachs von 13,7 Prozent auf knapp 300.000 Autos. Das operative Ergebnis erhöhte sich um 92 auf 227 Millionen Euro.

DPA/mre / DPA