Globales Business Firmenjets sind für viele Betriebe unverzichtbar


Frühstück in Frankfurt, Mittagessen in Madrid, Dinner in Detroit - mit dem Firmenflugzeug lassen immer mehr Unternehmen ihre Terminpläne abarbeiten.

Frühstück in Frankfurt, Mittagessen in Madrid, Dinner in Detroit - internationale Terminpläne über mehrere Kontinente hinweg zwingen zahlreiche Unternehmen dazu, ihre Mitarbeiter per Firmenflugzeug herumzuschicken. Flugzeug ist dabei aber nicht gleich Flugzeug: Das Spektrum reicht von einmotorigen Propellermaschinen bis zur Luxusversion von Airbus A319 oder Boeing 737.

Ab 100 Euro pro Stunde

Mit einem Flugstundenpreis ab 100 Euro aufwärts startet die kleinste Kategorie. "Das sind oft mittelständische Unternehmer, die ihr Flugzeug beruflich und privat nutzen", beschreibt Michael Erb, Geschäftsführer der «Aircraft Owners and Pilots Association» (AOPA), den Einsatz. In der deutschen Sektion des internationalen Verbandes sind Privatpiloten sowie Unternehmen mit eigenem Flugzeug organisiert.

Kleine Maschinen sind flexibler

An Bord eines Propellerflugzeugs vom Typ Cessna oder Piper geht es 200 bis 500 Stundenkilometer schnell auf die Reise. Beim Flug mit ganz kleinen Maschinen gehören nicht nur Haarspray, sondern für sensible Passagiere auch Spucktüten ins Businessgepäck: Die Flugzeuge können unruhige Wetterlagen nicht immer überfliegen. Gegenüber dem Jet haben die bis zu zwei Millionen US-Dollar teuren Maschinen einen Vorteil: Starts sind auch auf kleinen Flugplätzen mit kurzen Bahnen möglich. Das spart Zeit raubende Transfers mit dem Auto. "Zwischen London und Frankfurt gibt es genug Verbindungen - bei kleineren Städten sieht das schon ganz anders aus", so Erb.

Leasing auch beim Flugzeug

Klassische Geschäftsreisejets wie Dassault Falcon oder Cessna Citation brauchen beim Abheben etwas mehr Anlauf als Propellermaschinen. Die 10 bis 30 Millionen Dollar teuren Zwei- oder Dreistrahler mit Platz für 8 bis 15 Passagiere fliegen über dem Wettergeschehen. Die Flugzeuge werden unterschiedlich finanziert. Neben Kauf und Leasing sind auch Beteiligungen möglich. Kunden kaufen Anteile und haben dann - je nach Höhe - Zugriffszeit auf den Jet. Vermietfirmen organisieren den kompletten Flugbetrieb.

Unabhängig von Flugplänen

"Ein Hauptvorteil ist stets die Unabhängigkeit von Flugplänen", berichtet Erb. Eigene Maschinen sind auch ein Sicherheitsfaktor, die Mitarbeiter sind außerdem vor neugierigen Blicken der Konkurrenz geschützt. Statusfragen spielen in der Geschäftsfliegerei eher eine Nebenrolle: Bei Reisen abseits der Metropolen, zum Beispiel nach Osteuropa, ist das Flugzeug schlicht die billigere Alternative zum Mehrtages-Trip mit Auto oder Bahn.

Konfortabel, aber nicht luxuriös

Airbus und Boeing dominieren die Oberklasse der Firmenflieger. Sie bieten umgebaute Versionen von A319 oder Boeing 737 an. Wie groß der Unterschied zum Linienflugzeug wird, bestimmt das Einsatzprofil des Flugzeuges: Komfortabel, aber nicht luxuriös, geht es beispielsweise an Bord der Maschinen zu, mit denen Angestellte von DaimlerChrysler oder Airbus zwischen Firmenstandorten reisen. Die Maschinen haben 50 bis 100 Sitze und ersparen den Unternehmen jeden Tag Dutzende von teuren Linientickets.

Reisen wie ein Scheich

Wer dagegen wie ein Scheich reisen möchte, kann zum Beispiel bei der schweizerischen Privatair buchen. In einer umgebauten Boeing 737 der Charterfirma ist viel Platz für 16 Fluggäste. Goldene Wasserhähne, Plüschteppiche und Schlafkabinen lassen den Glanz jeder Linien-Firstclass verblassen. Beim Kauf eines solchen Jets ist der Finanzrahmen nach oben offen: Rund 40 Millionen Dollar kostet das Flugzeug ohne Ausstattung. Spezialisten wie die Lufthansa-Werft in Hamburg bauen Interieur nach Maß ein. Einzige Limits für die Wünsche der Kunden sind Gewicht und Sicherheitsvorschriften.


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