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Modekonzern H&M setzt auf Online-Shops und will Filialen dicht machen

H&M will im Netz wachsen - und Filialen schließen
H&M will im Netz wachsen - und Filialen schließen
© dpa
Die schwedische Modekette H&M kann den höchsten Jahresumsatz in der Konzerngeschichte feiern. Vor allem das Geschäft im Netz boomt. Der Einzelhandel schwächelt hingegen. H&M hat angekündigt, einige Filialen zu schließen.

Ein ereignisreiches Jahr ist für die schwedische Modemarke H&M 2016 zu Ende gegangen. Denn längst spielt der Konzern auf verschiedenen Bühnen: Nicht mehr nur das Herstellen und Verkaufen von aktueller Mode in den eigenen Geschäften kurbelt den Umsatz an. Sondern auch der Handel im Netz und die hauseigenen Wohnaccessoires sorgen für ein sattes Plus am Jahresende. H&M kann den höchsten Jahresumsatz in der Unternehmensgeschichte (gegründet 1947) feiern. Der Umsatz stieg 2016 (Dezember bis November) um 6,3 Prozent auf 192 Milliarden schwedische Kronen (20,3 Milliarden Euro). "2016 war ein ereignisreiches Jahr mit vielen positiven Dingen, aber auch Herausforderungen für uns und für die Industrie", sagte Geschäftsführer Karl-Johan Persson einer Mitteilung zufolge.

Hennes & Mauritz: Umsatz steigt, Gewinn nicht

Doch dem satten Umsatz folgte nur ein dünner Gewinn. Im Vergleich zum Vorjahr verliert H&M zwölf Prozent auf 18,6 Milliarden Kronen. Das hat mehrere Ursachen: Zum einen belastet der starke Dollar das Geschäft. Doch vor allem das Wetter verhagelte H&M den Gewinn: Das Frühjahr war kalt, der Sommer durchwachsen. Um die Klamotten doch noch zu verkaufen, musste H&M schmerzhafte Rabattaktionen durchziehen. Das tat zwar dem Umsatz gut - aber eben nicht dem Gewinn. Immerhin das letzte Quartal 2016 verlief erwartungsgemäß. Die Gewinne gingen im Vergleich zum Vorjahresquartal wieder nach oben.
Für das Jahr 2017 hat sich der schwedische Konzern einiges vorgenommen: 427 neue Filialen sollen eröffnet werden. Allerdings geht es bei den Neueröffnungen vor allem um die Eroberung neuer Märkte. Auch in Island, Georgien, Kasachstan, Kolumbien und Vietnam können Kunden bald bei H&M shoppen. Bereits jetzt verkauft H&M seine Kleidung in 64 Ländern.

H&M will Filialen schließen

Doch auch wenn H&M in anderen Ländern auf Filialen setzt: Persson kündigte an, dass 2017 auch einige Filialen dicht gemacht werden. Wo und in welchem Umfang genau, sagte er nicht. Laut Perssons Mitteilung haben viele Faktoren die Märkte des Einzelhandels getroffen. Dies sei besonders in Frankreich, Deutschland, der Schweiz, Italien, in den USA und in China spürbar gewesen. In Deutschland ging der Absatz nur geringfügig nach oben, Einbußen musste das Unternehmen vor allem in Großbritannien und der Schweiz hinnehmen.

Online-Handel läuft bei H&M

Der Onlinehandel erfreut den H&M-Chef dagegen. Dabei starteten die Schweden erst spät ins Netz. Inzwischen ist das Internetgeschäft kaum noch wegzudenken. "Unser früheres Ziel, jedes Jahr 10 bis 15 Prozent mehr Läden zu eröffnen, wird in ein Umsatzziel umgewandelt, bei dem sowohl unsere Geschäfte als auch der Online-Shop mit eingerechnet werden“, zitiert das "Handelsblatt" Persson. "Wir sind mit unserem Online-Handel sehr zufrieden und haben weitere Marktanteile hinzugewonnen."

mit Agenturen

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