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Halbjahresbilanz: Deutsche Bahn macht mit Asche Kohle

Mehr Umsatz und mehr Gewinn: Die Deutsche Bahn hat sich im ersten Halbjahr spürbar von der Konjunkturflaute erholt. Vor allem der Güterverkehr bescherte dem Konzern ein dickes Plus. Und auch die Aschewolke tat der Bilanz gut.

Die Deutsche Bahn fährt aus dem Konjunkturtal: Wie die Unternehmensführung am Mittwoch in Berlin bekanntgab, erhöhte sich der Umsatz des Konzerns im ersten Halbjahr 2010 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als 1,8 Milliarden Euro auf 16,1 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 12,8 Prozent. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte sogar um 26,1 Prozent auf 846 Millionen Euro zu.

Besonders der in der Krise massiv eingebrochene Schienengüterverkehr konnte sich erholen. Die Transportmenge erhöhte sich um 40 Prozent. Der Umsatz der Sparte stieg um knapp 20 Prozent. Auch in den Bereichen Spedition und Logistik, bei der Luftfracht und der Seefracht ging es deutlich bergauf.

Aschewolke beschert Fernverkehr ein dickes Plus

Im Personenverkehr war die Entwicklung unterschiedlich: Im Fernverkehr (IC und ICE) konnte die Bahn das Ergebnis um 40 Prozent steigern, vor allem wegen der besseren Auslastung infolge der Flugausfälle durch die Aschewolke. Im gesamten Verkehr auf der Schiene sank die Zahl allerdings: Nachdem die Bahn einige Ausschreibungen verloren hatte, nutzten weniger Menschen die Regionalzüge des Konzerns. Nimmt man auch noch die Busse der Deutschen Bahn hinzu, stieg die Zahl aller Bahn-Passagiere sehr leicht auf 1,36 Milliarden.

"Wir sind zurück auf Wachstumskurs", sagte Bahnchef Rüdiger Grube. Die Zuwächse seien aber nicht nur der anziehenden Konjunktur zu verdanken, sondern auch dem Programm zur Kostensenkung.

Grube kündigt Qualitätsoffensive an

Angesichts der Pannenserie der vergangenen Monate kündigte Grube an, die Bahn werde in den kommenden Jahren Maßnahmen auf den Weg bringen, um die Qualität zu verbessern. Der Konzern wolle sein Brot- und Buttergeschäft in Ordnung bringen.

"Die Ausfälle von Klimaanlagen in unseren Zügen während der Hitzewelle waren ein herber Rückschlag in unserem Bemühen, die Bahn zu einem sympathischeren Unternehmen zu machen", sagte Grube. Mit Investitionen von 21 Millionen Euro sollen demnach weitere Bahnhöfe elektronische Informationsanzeigen bekommen. Bahnhofs-Servicekräfte sollen moderne Handys erhalten, klarere Ansagen bei Störungen zunächst getestet werden.

Seit dem 14. Juli habe es "nur noch sehr vereinzelte" Ausfälle von Klimaanlagen gegeben, versicherte der Bahnchef. Inzwischen seien 5672 Kunden mit insgesamt 374.000 Euro entschädigt worden.

mad/DPA/Reuters/AFP/APN / DPA / Reuters