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HANDEL: C & A nimmt für eine Woche wieder D-Mark

Bei der unter dem Motto »Auf Mark und Pfennig« stehenden Aktion haben Kunden bundesweit in 185 Filialen die Möglichkeit, neben dem Euro auch mit D-Mark zu zahlen.

Knapp ein Jahr nach Einführung des Euros als Zahlungsmittel nimmt die Bekleidungskette C & A vorübergehend wieder D-Mark an ihren Kassen an. Vom 30. November bis einschließlich 7. Dezember können die Kunden in allen 185 Filialen neben dem Euro auch mit mit der alten Währung zahlen. C & A hatte bereits zu Jahresanfang zur Euro-Einführung mit einer Sonderaktion auf sich aufmerksam gemacht. Der Einzelhandelsverband wies darauf hin, dass sich auch andere Geschäfte bei der Annahme von D-Mark kulant zeigten.

Kombinierte Zahlung möglich

Nach Angaben eines C & A-Sprechers ist auch eine kombinierte Bezahlung von Artikeln sowohl mit D-Mark als auch mit Euro möglich. Für die Kunden entstehen angeblich keinerlei Kosten. Offensichtlich haben viele Bundesbürger immer noch Restgeld der alten Währung zuhause, hieß es zur Begründung der Aktion, die unter dem Motto »Auf Mark und Pfennig« steht. Dies brachte auch eine Umfrage unter den C&A-Mitarbeitern zu Tage, die angaben, noch über Restgeldbestände zu verfügen, weil sich entweder bisher noch keine Zeit finden ließ, oder die Beträge zu klein waren, als dass sich der Weg zur Bundesbank gelohnt hätte.

»Netter Service«

Der Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels, Hubertus Pellengahr, nannte die C & A- Aktion einen »netten Service« für die Kunden, gegen den nichts einzuwenden ist. Die wenigsten Bundesbürger wüssten demnach, wo die nächste Landeszentralbank zu finden ist, bei der man weiterhin Mark in Euro tauschen kann. »Da kann es natürlich sehr angenehm sein, wenn man die D-Mark im Geschäft ausgeben kann«. Pellengahr wies darauf hin, dass auch viele Warenhäuser und andere Geschäfte sich nach wie vor kulant zeigen und die alte Währung annehmen. Allerdings scheinen kaum noch D-Mark im Umlauf zu sein.

Noch Milliarden ausständig

Nach Angaben der Deutschen Bundesbank waren statistisch gesehen am 22. November DM-Banknoten im Wert von 4,9 Milliarden Euro und Münzen im Wert von 3,8 Milliarden Euro noch nicht zurückgeflossen. Dazu zählen allerdings auch die D-Mark-Bestände im Ausland oder Geld, das verloren gegangen ist.

Rabattaktionen haben Tradition

C & A hatte bereits zu Jahresanfang mit einer Euro-Aktion auf sich aufmerksam gemacht. Bei der viertägigen Verkaufsaktion hatte die Bekleidungskette anlässlich der Währungsumstellung Kunden bei Kartenzahlung einen Preisnachlass von 20 Prozent gewährt und diesen Rabatt nach einer gerichtlichen Untersagungsverfügung später sogar auch auf Barzahler ausgeweitet. In zwei Instanzen war diese Aktion von den Gerichten allerdings als rechtswidrig eingestuft worden