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Sicherheitsmängel nach Brand in Bangladesch: Fluchtwege oft mit Kartons zugestellt

Brandschutz existiert in Bangladesch oft nur auf dem Papier. Und selbst das könnte gekauft sein. In einer Textilfabrik bei Dhaka starben schon wieder viele Menschen wegen Sicherheitsmängeln.

Rasend schnell fraß sich das Feuer nach oben. Die Textilarbeiter im obersten Stockwerk der Fabrik hatten kaum eine Chance, denn die Nottreppen führten alle im Inneren des Gebäudes nach unten - in die Flammen. Manche Näherinnen und Zuschneider sprangen voller Verzweiflung aus den Fenstern des neunstöckigen Gebäudes am Rande von Dhaka in Bangladesch. Mindestens 109 Menschen starben.

"Es ist ein Glück, dass nicht noch mehr passiert ist", sagt ein Entwicklungsexperte, der die Fabrik mit ihren insgesamt 1300 Beschäftigten kennt. Das Gebäude von Tazreen Fashion Limited, wo für C&A und andere Modefirmen produziert wurde, ist seiner Ansicht nach eine durchschnittliche Textilfabrik in Bangladesch. Überall säßen die Arbeiter, etwa zu 80 Prozent Frauen, in langen Produktionsreihen dicht nebeneinander hinter ihren Nähmaschinen.

Und wie quasi in jedem Bekleidungsunternehmen führten die Notausgänge nicht außen am Gebäude entlang, sondern im Inneren. "So gut wie nie gibt es sinnvoll angelegte Fluchtwege", schimpft der Fachmann. Selbst diese Gänge seien oft zugestellt mit Kartons. Da es in einer engen Stadt wie Dhaka keine Lagerhallen gebe, würden einfach die Treppenhäuser als Stauraum genutzt. "Wenn es irgendwo anfängt zu brennen, stehen die Fluchtwege dann in kürzester Zeit in Flammen. Und die Kleidung produziert auch noch giftige Dämpfe."

Staatliche Zertifikate auf der Straße kaufen

Zwar gibt es in Bangladesch eine Vielzahl von Schutzregelungen für Arbeiter, auch zur Sicherheit am Arbeitsplatz. Doch griffen die Behörden kaum durch und die Betroffenen genössen keinen Rechtsschutz, klagt die "Kampagne für Saubere Kleidung" in ihrer jüngsten Studie aus dem Entwicklungsland. Sie fanden bei ihrer Untersuchung von Fabriken, die für deutsche Unternehmen produzieren, oft keine Notausgänge, Brandmeldesysteme oder Notbeleuchtung. Und wenn es einen Feueralarm gibt, ist er möglicherweise gar nicht angeschlossen.

Doch der lange Kampf von Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften hat allmählich etwas in Bewegung gesetzt. Auftraggeber wie C&A, Esprit, H&M und viele andere verpflichten sich etwa, Jeans nicht mehr dem schädlichen Sandstrahlen zu unterziehen. Tchibo und Tommy Hilfiger haben in den vergangenen Jahren weitreichende Vereinbarungen zum Brandschutz getroffen, mit unabhängigen Inspektionen und Schulungen. "Denn die staatlichen Zertifikate können sie auf der Straße kaufen", sagt ein Insider.

Doch selbst wenn die internationalen Konzerne wollen - oft scheitert es an den lokalen Fabrikbesitzern, die wenig soziales Gewissen kennen. "Viele Unternehmer sind unwillig. Oder sie sind sich der Gesetze überhaupt nicht bewusst", klagt Shirin Akhter von der Frauen-Gewerkschaft Karmojibi Nari. Sie hat am Morgen danach die ausgebrannte Fabrik besucht und mit vielen Opfern und Angehörigen gesprochen. Einige erzählten sogar, die Türen seien abgeschlossen gewesen. Akther kämpft nun für Gerechtigkeit: "Ich will, dass die Schuldigen endlich mal zur Rechenschaft gezogen werden."

Von Doreen Fiedler, dpa / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.