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Pflegekosten abdecken: Wo sich das Eigenheim nicht als Altersvorsorge lohnt

Deutschlands Immobilienbesitzer setzen darauf, dass das Einfamilienhaus oder die eigene Wohnung später die Pflege finanziert. Doch das funktioniert längst nicht überall - in vielen Regionen reicht der Wert der Immobilie kaum, um einen Platz im Pflegeheim zu bezahlen.

Ein Einfamilienhaus wird saniert

Das Eigenheim taugt nicht immer als Altersvorsorge. 

Wer ein Haus oder eine Wohnung gekauft oder geerbt hat, fühlt sich finanziell abgesichert. Schließlich sprechen auch Experten vom "Betongold". Immobilien gelten als krisensicher - und die aktuelle Niedrigzinspolitik macht den Traum vom Eigenheim sogar im Vergleich noch zum Schnäppchen.

Doch nicht jede Immobilie ist ein Garant für ein finanziell sorgenfreies Leben im Alter, berichtet der "Spiegel". Denn die Lage ist und bleibt der wichtigste Hebel für den Wert einer Immobile. Ihnen gehört eine Wohnung in einem nachgefragten Stadtteil in München?

Dann können Sie beruhigt sein, dort steigen die Preise so stark, dass Sie beim Verkauf der Immobilie ein gutes Geschäft machen werden. In anderen Regionen hingegen fallen die Preise für Häuser und Wohnungen stark. Wer die Immobilie später veräußern will, um die eigene Pflege zu finanzieren, wird herbe enttäuscht werden. Während die Pflegekosten ständig steigen, verlieren Immobilien in vielen Regionen an Wert. 

Einfamilienhaus finanziert Pflegekosten 

Ein interaktiver Rechner berechnet: In dem Städtchen Meldorf in Schleswig-Holstein liegt der Eigenanteil in der Pflegestufe 1 bei 1360 Euro im Monat. Wer eine Immobilie dort mit einem Wert von 150.000 Euro verkauft, kann sich diese Pflege immerhin für 9,2 Jahre sichern - in der Pflegestufe 3 wären es nur 8,9 Jahre.

In Lüdenscheid finanziert eine 160.000 Euro teure Immobilie die Pflegestufe 1 (die dort übrigens mit einem Eigenanteil von 1750 Euro zu Buche schlägt) für 7,6 Jahre. Eine ebenso teure Immobilie würde einem Cottbusser die Pflege für immerhin 12,6 Jahre finanzieren, da der Eigenanteil von 1059 Euro deutlich geringer ist. Und in Bayern? Wer in Bad Tölz sein Haus für 150.000 Euro veräußert, kann so die Pflegestufe 1 für 7,6 Jahre finanzieren. 

Klar muss sein: Gerade in ländlichen Regionen erzielen die alten Eigenheime selten solch hohe Verkaufssummen. 

Immobilienpreise in Metropolen bleiben hoch

Als Faustformel gilt: Große Metropolen (Berlin, München, Hamburg) und auch Universitätsstädte boomen. Aber nicht nur die direkte Innenstadtlage hat gute Chancen auf Wertsteigerung.

Auch im Speckgürtel der Städte bleiben die Preise zumindest stabil. Und: Experten erwarten, dass gerade in den neu ausgemachten Trendregionen (beispielsweise Wolfsburg oder Coburg) die Immobilienpreise bis 2030 kaum steigern würden - und raten zum baldigen Verkauf. Abgeschlagen sind die ländlichen Regionen bereits jetzt - doch bis 2025 werden Deutschlands Dörfer ein Zehntel der Bewohner verlieren. Der Preisrutsch bei den Häusern auf dem Land wird sich also weiter fortsetzen. 

kg