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HHLA: Hafenlogistik will im November an die Börse

Der Hamburger Hafenbetreiber HHLA hat seine Börsenpläne konkretisiert: Anfang November sollen die Aktien an der Frankfurter und Hamburger Börse notiert werden. Experten erwarten einen Erlös von einer Milliarde Euro, die in den Ausbau des Hafens gesteckt werden soll.

Nach einem Gewinnsprung im ersten Halbjahr sieht sich die Hamburger Hafengesellschaft HHLA für einen Börsengang Anfang November gerüstet. "Nach dem Rekordjahr 2006 und den abermals verbesserten Zahlen des ersten Halbjahres 2007 sind wir für den Börsengang bestens vorbereitet", sagte HHLA-Vorstandschef Klaus-Dieter Peters am Donnerstag. Das frische Kapital vom Aktienmarkt - Experten schätzen das Volumen der Emission auf über eine Milliarde Euro - will die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) in Containerterminals, das Hinterlandnetzwerk und in Logistikaktivitäten investieren.

Nur Teilkonzern Hafenlogistik betroffen

Die Aktien sollen Anfang November an der Frankfurter Wertpapierbörse und an der Börse Hamburg notiert werden. Vorgesehen ist, rund 30 Prozent des Grundkapitals als Stammaktien zu plazieren. Das Angebot betreffe ausschließlich den Teilkonzern Hafenlogistik, der Teilkonzern Immobilien mit der Hamburger Speicherstadt und der Fischmarkt Hamburg-Altona GmbH komme nicht an die Börse. Bisher gehört das Unternehmen allein der Stadt Hamburg. Laut bisherigen Informationen sollen etwa 100 Millionen Euro aus dem Aktienverkauf der HHLA zufließen, der Rest der Stadt. Sie will die Mittel zum Ausbau der Hafen-Infrastruktur nutzen.

Die Hansestadt Hamburg hatte urspünglich einen Verkauf von bis zu 49,9 Prozent angestrebt. Das Bieterverfahren zum Verkauf an Investoren wurde nach massiven Protesten der Belegschaft aber aufgegeben. Für den Hafen-Ausbau werden früheren Angaben zufolge bis 2015 rund 2,9 Milliarden Euro benötigt. Zwei Milliarden davon sind in der mittelfristigen Finanzplanung der Stadt gedeckt. Den Rest soll der Börsengang in die Kassen spülen.

Überschuss stieg um 70 Prozent

In den ersten sechs Monaten steigerte die HHLA an den Häfen Hamburg, Lübeck und Odessa das Umschlagsvolumen um 13,9 Prozent auf über 3,5 Millionen Standardcontainer. Der Konzernumsatz kletterte um 15,7 Prozent auf 561,3 Millionen Euro. Vor Zinsen und Steuern legte das Ergebnis (Ebit) im ersten Halbjahr um 52,9 Prozent auf 138,8 Millionen Euro zu. Unter dem Strich stand ein Überschuss von 79,3 Millionen Euro, ein Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum von gut 70 Prozent. Die Hafenbetreiber profitierten vom boomenden Welthandel. Allerdings könnte die Weltkonjunktur wegen der US-Immobilien- und Kreditkrise in der zweiten Jahreshälfte an Schwung verlieren.

DPA/Reuters / DPA / Reuters