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Hilfsorganisation Beauty Banks: Diese Frauen ermöglichen armen Menschen eine Dusche

Es gibt Menschen, für die Duschen und Zähneputzen Luxus sind. Luxus, den sie sich oft nicht leisten können. Die Organisation Beauty Banks verhilft ihnen zu mehr Würde und Selbstbewusstsein.

Sali Hughes und Jo Jones packen Spendenpakete aus

Sali Hughes (l.) und Jo Jones haben Beauty Banks gegründet

Körperpflege gehört für die allermeisten Menschen zu den Dingen, über die sie nicht viel nachdenken müssen. Und wenn, dann höchstens über das Wie, nicht aber über das Ob. Doch es gibt Personen, für die Körperhygiene etwas Besonderes darstellt, weil sie sich die entsprechenden Drogerieprodukte nicht leisten können. Für Obdachlose oder Kinder aus armen Familien sind Duschgel und Deo Luxusgüter.

Sali Hughes und Jo Jones wollen diese Not bekämpfen – dafür haben sie die wohltätige Organisation "Beauty Banks" gegründet. Das Prinzip ist einfach: Freiwillige können Spenden einsenden, sei es in Form von Geld oder von Sachgaben. Hughes und Jones sorgen dann dafür, dass Zahnpasta, Rasierklingen und anderes an der richtigen Stelle landen. Dort, wo es am meisten gebraucht wird.

Hilfsorganisation Beauty Banks: Zahnpasta und Duschgel für Bedürftige

In der britischen Tageszeitung "Guardian" hat Sali Hughes erklärt, wie sie auf die Idee kam. Die walisische Journalistin stieß bei Dreharbeiten über Obdachlose auf eine kleine Box in einem Obdachlosenheim, die eben solche Körperpflegeartikel beinhaltete. Damit konnten sich die Bewohner beispielsweise vor Arztterminen oder Vorstellungsgesprächen herrichten. Sali Hughes schickte ihrer Freundin und Kollegin Jo Jones ein Foto der Box – und innerhalb von 48 Stunden hatten die beiden das Projekt hochgezogen.

BACK TO SCHOOL tomorrow for lots of kids. But essential school supplies are so much more than protractors and pencils....

Gepostet von Beauty Banks am Montag, 3. September 2018

Das Thema bewegt Hughes schon länger, berichtete sie: "Ich habe Freunde, die Lehrer sind, und regelmäßig Toilettenartikel für ihre Schüler kaufen. Sie erzählen, dass zum Beispiel manche Jungen keine Freunde finden, weil sie sich kein Deo leisten können. Mädchen machen sich Binden aus Toilettenrollen oder Zeitungspapier." Kaum zu glauben, doch auch in wohlhabenden europäischen Staaten gehört Hygiene für manche Menschen zum Luxus, den sie nicht finanzieren können.

Solche Menschen müssten sich entscheiden, wofür sie ihr Geld ausgeben, erzählt Hughes. Essen und Wohnungskosten haben dann Vorrang, andere Grundbedürfnisse müssen hinten anstehen. Das hat auch Auswirkungen auf die Persönlichkeit, meint Hughes: "Bei Menschen, die Schwierigkeiten haben, ein Grundlevel an Hygiene zu halten, leiden auch Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl und die Erwartungshaltung an die Zukunft." So landen viele in einem Teufelskreis.

"Es macht mich wütend, dass wir gebraucht werden"

Das Konzept war von Anfang an ein voller Erfolg. Promis spendeten, Drogeriemärkte schickten Artikel, sogar im Parlament wurde ihr Anliegen erwähnt. Verwandte und Freunde der beiden Frauen helfen dabei, die Pakete an Wohltätigkeitsorganisationen im ganzen Königreich auszuliefern.

Mit ihrem Engagement verändern Sali Hughes und Jo Jones das Leben von Menschen. Gerührt berichtet Hughes von einer Karte, mit der sich ein Schulmädchen für eine Tube Duschgel bedankte: "Danke, dass ich mich jetzt sauber und besonders fühlen darf." Ein Satz, der Hughes froh, aber auch nachdenklich stimmt: "Manchmal macht es mich wütend, dass wir überhaupt gebraucht werden. Eine Dusche sollte kein Luxus, sondern ein Menschenrecht sein."

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