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Hoher Ölpreis: Fluglinien ziehen die Notbremse

Die hohen Ölpreise setzen den deutschen Fluglinien zu. TUIfly streicht Strecken und Maschinen, genauso wie Air Berlin. Dort fallen die Kürzungen allerdings weit heftiger aus, besonders bei den Langstrecken. Unangenehm: Genau für diese wirbt Air Berlin derzeit in großen Kampagnen.

Die hohen Ölpreise führen bei deutschen Fluglinien zu ersten Streichungen. Sowohl Air Berlin als auch TUIFly kündigten am Mittwoch an, dass Strecken gestrichen und Flugzeuge stillgelegt werden.

Zum Winterflugplan kappt Firmenchef Joachim Hunold bei Air Berlin die Kapazitäten im Langstreckenverkehr um 30 Prozent. Dies wirft einen Schatten auf die geplante Übernahme der Ferienfluggesellschaft Condor. Die steuert in diesem Sommer mehr als 30 Fernziele an. Zudem sollen bei Air Berlin 14 Kurz- und Mittelstreckenmaschinen am Boden bleiben. Auch Stellen werden gestrichen, allerdings nicht allzu viele: Die Verwaltung der vor zwei Jahren übernommenen dba in München mit 52 Mitarbeitern soll aufgelöst werden. Es wird ein Sozialplan erarbeitet.

Auch die erst Anfang Mai aufgenommenen Verbindungen nach Peking und Shanghai stampft die Fluggesellschaft im Winter wieder ein. Der Hauptgrund dafür seien Unklarheiten bei den Überflugrechten über Russland. "Wenn wir über die längere Südroute fliegen müssten, würde sich das beim derzeitigen Kerosinpreis nicht mehr rechnen", sagte Hunold. Ausgerechnet die Flüge nach China bewirbt Air Berlin derzeit in einer großen Kampagne.

Auch New-York-Flug wird gestrichen

Gestrichen werden soll auch die Strecke von Düsseldorf nach New York. Dort hatte die Lufthansa dem ehemaligen Billigflieger massiv Konkurrenz gemacht.

Auch TUIFly setzen die hohen Ölpreise zu. Der Billigflieger reduziert die Zahl der angeflogenen Ziele im Sommerflugplan 2009 um sechs auf 74. Die Zahl der eingesetzten Flugzeuge wird um drei auf 45 gestrichen. Die frühere Hapag-Lloyd Express will sich auf ertragsstarke Strecken konzentrieren. TUIfly will mit Germanwings fusionieren und verhandelt darüber bereits seit Monaten.

ben/DPA/Reuters / DPA / Reuters