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Hypo-Real-Estate: Funkes Kampf um Millionengehalt erzürnt Ex-Aktionäre

Der frühere Chef des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate, Georg Funke, kann sich Hoffnungen auf Gehaltszahlungen seines früheren Arbeitgebers machen. Die Kündigung könnte unwirksam gewesen sein, deutete der Vorsitzende Richter Helmut Krenek am Donnerstag im Prozess vor dem Landgericht München an.

Für den Prozess um den Rauswurf des früheren Hypo- Real-Estate-Chefs Georg Funke hat sich das Landgericht München auf einiges gefasst gemacht. Schon zu Beginn der Verhandlung versucht der Vorsitzende Richter Helmut Krenek am Donnerstag vorsorglich, die Gemüter zu beruhigen. "Es ist uns bewusst, dass das ein emotional besetztes Thema ist, aber wir sind hier nicht bei "Richterin Barbara Salesch"", mahnt er das Publikum und verbittet sich mögliche Zwischenrufe. Krenek weiß, dass mit Funke eine Reizfigur der Finanzkrise im Fokus des Verfahrens steht. Dass ausgerechnet der Manager, unter dessen Führung die HRE an den Rand der Pleite geriet und mit vielen Milliarden gerettet werden musste, um sein Gehalt streitet, erzürnt nicht nur Kleinanleger und Aktionärsschützer, sondern auch viele Bürger.

Seit seinem Rauswurf vor rund eineinhalb Jahren muss sich Funke mit einer Lawine der Empörung auseinandersetzen. Von "Gier" und "Maßlosigkeit" über "katastrophale Fehlentscheidungen" bis hin zu "völligem Realitätsverlust" reichen die Vorwürfe, die ihm gemacht werden. "Sie tragen hier die komplette moralische Verantwortung für das Ungemach, das uns Kleinaktionären angetan wurde", lässt Ex- Anlegerin Ulrike Struzek Funke in einem Brief wissen, den sie ihm zum Prozessauftakt zukommen lässt. Der Gescholtene erspart sich den Auftritt bei Gericht am Donnerstag. Er ist zu dem Termin nicht geladen und lässt sich lieber von seinem Anwalt vertreten.

Für das Gericht tun die Anwürfe in dem Zivilverfahren derweil nichts zur Sache, wie Richter Krenek klarstellt. In dem Prozess gehe es nicht um die Finanzkrise selbst oder um eine Schuld am Beinahe- Zusammenbruch der Bank, sondern um die Rechtmäßigkeit einer fristlosen Kündigung. Und die dürfe in einem Rechtsstaat noch immer jeder vor Gericht überprüfen lassen.

In den kommenden Monaten muss die Kammer nun prüfen, ob Funke und die beiden früheren HRE-Vorstände, die mit ihm gegen ihren Rauswurf vor Gericht gezogen sind, tatsächlich "schwere Versäumnisse" begangen haben, wie ihr ehemaliger Arbeitgeber ihnen vorwirft. So hat die frühere Führungsspitze aus Sicht der HRE die Übernahme der irischen Pfandbriefbank Depfa vorab nicht genau genug unter die Lupe genommen und bei der Refinanzierung nicht angemessen umgesteuert, als es eng wurde. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise hatte die Depfa die HRE in den Abwärtsstrudel gerissen, weil sie langfristige Kredite nicht mehr kurzfristig refinanzieren konnte.

Nach dem ersten Prozesstag kann Funke zunächst einmal weiter auf aus seiner Sicht ausstehende Gehalts- und Pensionszahlungen hoffen. Auf Basis vorliegender Dokumente könnte die Kündigung unwirksam gewesen sein, deutet Krenek an. Entschieden ist damit allerdings noch nichts, weil die Kammer wohl erst einmal den Rat von Sachverständigen einholen und Zeugen hören muss, um abschließend zu beurteilen, ob Funke & Co. ihre Pflichten verletzten.

Die früheren HRE-Aktionäre werden den Fortgang des Verfahrens, das sich voraussichtlich noch bis ins kommende Jahr hinziehen wird, in jedem Fall weiter mit Argusaugen beobachten. Denn sie erhoffen sich auch wichtige Informationen für ihre eigenen Klagen gegen die HRE, die der verstaatlichte Immobilienfinanzierer wiederum für unbegründet hält. Dabei haben sie nach wie vor ein klares Ziel vor Augen, wie Bohdan Kalwarowskyj sagt, der mit dem Kauf von HRE-Aktien für seine Kinder mehrere tausend Euro verlor: "Wir versuchen, die HRE samt (Bankenrettungsfonds) SoFFin in die Knie zu zwingen."

Christine Schultze, DPA / DPA
Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.