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Urteil gegen Welpenhändler: Kranke und ungeimpfte Hundewelpen illegal bei Ebay verkauft

Ein Pärchen verkaufte ungeimpfte, kranke und viel zu junge Rassewelpen unter anderem bei "Ebay-Kleinanzeigen". Das Landgericht Erding verurteilte die beiden betrügerischen Welpenhändler.

Zwei gerettete Hundewelpen

Diese beiden Hundewelpen wurden in Brandenburg bei einer Aktion von Vier Pfoten gerettet. 

Es ist ein Sieg im Kampf gegen den organisierten und rechtswidrigen Welpenhandel: Das Amtsgericht Erding verurteilte ein Pärchen wegen des illegalen Verkaufs von Rassewelpen zu je zwei Jahren Haft auf Bewährung. Die gleiche Strafe gab es für die zwei dazugehörigen Kuriere aus Ungarn.

Welpen über Ebay-Kleinanzeigen

Seit 2011 hatte die Bande über "Ebay-Kleinanzeigen" und auf dem Tierhandel-Portal "deine-tierwelt" jede Woche fünf bis sieben Rassewelpen unter falschen Angaben verkauft. Die Tiere waren nicht ausreichend geimpft, schlecht gepflegt und wurden häufig viel zu jung von ihren Müttern getrennt.

"Dieses Urteil ist wichtig, um ein Zeichen zu setzen. Illegaler Welpenhandel ist kein Kavaliersdelikt. Die Haftstrafe ist ein erfreuliches Ergebnis für den Tierschutz – auch wenn sie nur zur Bewährung ausgesetzt wurde", so Birgitt Thiesmann, 52 Jahre alt, vom Tierschutzverein Vier Pfoten. Hundebabys werden besonders in Osteuropa unter schrecklichsten Bedingungen gezüchtet, um dann viel zu jung mit gefälschten Impfpässen und häufig schon krank in Westeuropa verkauft zu werden. Vier Pfoten fordert darum eine europaweite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für alle Hunde.

Schon 2014 recherchierte der stern in Polen bei illegalen Hundezüchtern und fand dort katastrophale Zustände vor: vollgekotete Käfige, aneinandergereiht wie in Legebatterien – die Hunde angekettet und mit verwesten Fleischresten und Innereien gefüttert.

Illegaler Hundehandel: Das große Leid der kleinen Welpen

65 Fälle – doch nur sieben kamen nur Anklage

Die Kripo Erding ermittelte seit April 2014 gegen das Pärchen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung", nachdem sie einen Hinweis bekommen hatte: Eine Frau aus Langenbach hatte über eine Internetanzeige unwissend einen viel zu jungen Welpen gekauft und sich danach an die Polizei gewendet. Gemeinsam mit der Polizei in Österreich und Ungarn begannen daraufhin die Ermittlungen gegen die Welpenhändler-Bande. Doch von den insgesamt 65 untersuchten Fällen kamen nur sieben Fälle zur Anklage. Die Strafe wurde laut der "Süddeutschen Zeitung" zur Bewährung ausgesetzt, weil das Pärchen zwei kleine Kinder hat. 

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