HOME

Extremer Geiz?: Indischer Milliardär lässt Sohn in Schuhgeschäft schuften

Der Sohn eines reichen indischen Diamantenhändlers muss sich auf eigene Faust durchschlagen - ohne Geld und Unterstützung vom Vater. Er schuftet in Schuhgeschäften und bei McDonalds. Was zunächst nach extremen Geiz aussieht, ist eigentlich eine gute Tat.

Geschäft in Indien

Ein Geschäft in Indien (Archivbild): Ein indischer Milliardärs-Sohn hat versucht, sich einen Monat mit Gelegenheitsjobs durch zu schlagen.

Es hört sich nach einer drakonischen Maßnahme an, aber in Wahrheit existiert ein nobler Hintergrund: Wie die "Times of India" berichtet, hat der indische Milliardär Savji Dholakia seinen Sohn davon überzeugt, auf all seine Privilegien zu verzichten. Dravya Dholakia ließ sich auf denselben Überlebenskampf ein, der den Alltag von Millionen Indern bestimmt. Eigentlich musste sich der 21-Jährige nie Sorgen um Geld machen: Der Sohn eines Diamantenhändlers, der die kostbaren Edelsteine in viele Länder der Welt exportiert, macht eigentlich gerade seinen MBA in den USA - befindet sich aber gerade auf Heimaturlaub in Indien.

Um seinen Sohn davor zu bewahren, nur das Leben eines Milliardärs zu kennen, kam dem Unternehmer die Idee, sein Sohn solle sich mal für einen Monat in der indischen Stadt Kochi mit Gelegenheitsjobs durchschlagen - ohne Geld und den Status als Milliardärskind.

"Keine Universität kann einem sowas beibringen"

Milliardär Dholakia sagte der "Times of India": "Ich stellte ihm drei Bedingungen: Ich sagte meinem Sohn, dass er arbeiten muss, um sein eigenes Geld zu verdienen und, dass er nicht länger als eine Woche an einem Ort arbeiten darf. Für einen Monat durfte er weder sein Handy verwenden, noch von der Identität seines Vaters profitieren, noch die knapp 100 Euro verwenden, die er dabei hatte. Ich wollte, dass er das Leben versteht - und wie hart arme Menschen für einen Job und Geld kämpfen müssen. Keine Universität der Welt kann einem sowas beibringen, das lernt man nur durch Erfahrung."

Dravya Dholakia nahm die Herausforderung an und vor einem Monat, am 21 Juni, begann er in Kochi den Versuch, sich als "normaler" Mensch durchzuschlagen. Alles, was er dabei hatte, war etwas Kleidung und umgerechnet knapp 100 Euro, die er aber nur in absoluten Notfällen nutzen sollte. Zudem kannte er weder die Stadt noch die örtliche Sprache - in Kochi wird Malayalam gesprochen, Hindi verstehen hier nur wenige.

"Ich musste um eine Mahlzeit für 50 Cent kämpfen"

Und gleich zu Beginn des Experiments stellte sich heraus, dass es kein leichter Monat für den Milliardärssohn werden würde: Seinen potentiellen Arbeitgebern hatte er erzählt, dass er aus einer armen Bauernfamilie in Gujarat stamme. Seinen ersten Job erhielt er schließlich in einer Bäckerei - später arbeitet er noch in einem Call Center, einem Schuhgeschäft und bei . Sein Monatsgehalt belief sich auf etwas mehr als 50 Euro. "Ich musste mir nie um Geld Sorgen machen, und hier stand ich nun und kämpfte darum mir eine richtige Mahlzeit für 50 Cent leisten zu können. Außerdem brauchte ich noch etwa 3,50 Euro am Tag für eine Unterkunft."

"Die ersten fünf Tage fand ich keinen Job und kein richtiges Dach überm Kopf. Ich war frustriert weil ich von über 60 Arbeitgebern abgelehnt wurde, da mich hier niemand kannte. In diesen fünf Tagen lernte ich den Wert eines Jobs kennen - und was Zurückweisung bedeutet", sagte er der "Times of India".

Unternehmer verschenkt Autos und Wohnungen

Milliardär Savji Dholakia hat schon früher unter Beweis gestellt, dass ihn das Leben von Arbeitnehmern nicht kalt lässt: Anlässlich des bedeutenden, hinduistischen Fests Diwali und um seine Mitarbeiter für erreichte Ziele zu belohnen, zeigte sich Dholakia 2014 überaus großzügig: Er schenkte seiner Belegschaft Autos, Schmuck und Häuser im Wert von 7,2 Millionen Euro. Insgesamt erhielten 1200 Mitarbeiter damals 491 Autos, 525 Schmuckstücke und 200 Wohnungen.

Auch in den Jahren zuvor hatte er Mitarbeitern Autos geschenkt. Eine seiner Mitarbeiter sagte der britischen BBC damals: "Unsere Freude ist grenzenlos (…) Es gibt viele Mitarbeiter, die Autos bekommen haben und nun erstmal fahren lernen müssen." Bei einer Mitarbeiterveranstaltung sagte Dholakia damals, "diese Firma macht Profit wegen euch. Wenn ihr glücklich seid, dann werden wir weiterhin erfolgreich sein. Auch ihr solltet von meinen Gewinnen profitieren."

amt