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Insolvente Drogeriekette Investmentfond aus Osteuropa will Schlecker übernehmen


Das Bieter-Karussell dreht sich weiter: Offenbar hat die osteuropäische Investmentgruppe Penta Interesse an der insolventen Drogeriekette Schlecker angemeldet. Deutsche Wettbewerber sind wohl aus dem Rennen.

Der osteuropäische Finanzinvestor Penta Investments zählt laut einem "Spiegel"-Bericht ebenfalls zu den Interessenten für eine Übernahme der insolventen Drogeriekette Schlecker. "Wir haben ein unverbindliches Angebot eingereicht", sagte ein Penta-Sprecher dem Nachrichtenmagazin. Skeptisch sei der potenzielle Investor bezüglich eines neuen Engagements der Kinder des Firmengründers, Meike und Lars Schlecker. Man könne sich höchstens eine symbolische Minderheitsbeteiligung der Geschwister vorstellen, heißt es laut "Spiegel" bei Penta. Für die Modernisierung der verbliebenen Schlecker-Läden sei ein Investitionsvolumen von rund 90 Millionen Euro eingeplant. Ein weiterer Jobabbau sei nicht vorgesehen.

Penta mit Hauptsitz in Prag hat osteuropäische Wurzeln und startete in den 1990er Jahren als Wertpapierhändler, hat sich aber seitdem zu einer internationalen Investment- und Immobiliengruppe entwickelt. Schwerpunkte sind Tschechien, die Slowakei und Polen. Insgesamt hält das Unternehmen nach eigenen Angaben Vermögenswerte in Höhe von 3,4 Milliarden Euro.

Droege ist aus dem Rennen

Bisher war bekanntgeworden, dass sich das Düsseldorfer Beratungs- und Investmenthaus Droege International Group für eine Schlecker-Übernahme interessiert. Zuletzt hatte der Insolvenzverwalter bestätigt, es gebe fünf "ernstzunehmende" Interessenten. Bei der Auswahl ist er auf die Zustimmung der Gläubiger angewiesen. Ein Abschluss ist für Mai vorgesehen.

Einem Zeitungsbericht zufolge ist die Droege International Group nicht in der engeren Auswahl. Wie die "Stuttgarter Nachrichten" unter Berufung auf Unternehmenskreise berichten, ist das von Droege unterbreitete Angebot so gering, dass es nur noch unter "ferner liefen" geführt werde. Nach Informationen des Blatts sind damit keine deutschen Bieter mehr in der engeren Auswahl, vielmehr seien nur noch zwei internationale Finanzinvestoren ohne ausgeprägte Handelskompetenz im Rennen. Von der Insolvenzverwaltung und der Droege-Gruppe war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Nach der Kündigung von rund 11.000 Mitarbeitern arbeiten nur noch etwa 13.500 Beschäftigte für die Drogeriekette.

mlr/DPA DPA

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