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Insolvente Kaufhaus-Kette: Potenzieller Karstadt-Käufer meldet sich

Neue Hoffnung für 25.000 Beschäftigte: Ein deutsch-schwedisches Unternehmen will Karstadt übernehmen. Zerschlagen werden soll die Warenhauskette offenbar nicht, doch der Interessent verlangt Zugeständnisse.

Es gibt einen Interessenten für die Pleite gegangene Warenhauskette Karstadt: Der Insolvenzverwalter teilte kurz nach dem Ende der Angebotsfrist am Freitagabend mit, dass sich ein potenzieller Käufer gemeldet habe. Es handelt sich um die deutsch-skandinavische Investmentfirma Triton.

"Wir glauben an das Unternehmen", sagte Triton-Sprecher Max Hohenberg. Zerschlagungsszenarien stünden für Triton nicht auf der Tagesordnung. Allerdings verlange das Unternehmen als Bedingung für einen Einstieg weitere Zugeständnisse der Mitarbeiter und der Vermieter.

Frisches Kapital soll fließen

Triton wolle auch frisches Kapital in das Unternehmen stecken. Ziel sei eine Restrukturierung, die Karstadt zukunftsfähig mache. Zum gebotenen Kaufpreis machte der Sprecher keine Angaben. Doch betonte er, der Kaufpreis sei ohnehin zweitrangig, wichtiger sei die Re-Kapitalisierung des Unternehmens. Doch nannte er auch hier keine Summen.

Insolvenzverwaltung und Geschäftsleitung wollten die Angebotsunterlagen nun "so zügig wie möglich und gründlich wie nötig prüfen", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. "Ziel war und ist es, sobald als möglich einen Kaufvertrag zu unterzeichnen."

Zerschlagung soll vermieden werden

Karstadt war 2009 zusammen mit seinem Mutterkonzern Arcandor pleitegegangen. Insolvenzverwalter Görg will alle 120 Karstadt-Häuser an einen Bieter verkaufen und so eine Zerschlagung des Unternehmens vermeiden. Insgesamt haben über 35.000 Gläubiger der zahlungsunfähigen Warenhauskette Forderungen in Höhe von 2,8 Milliarden Euro angemeldet.

Sechs potenzielle Kaufinteressenten hatten in den vergangenen Monaten die Bücher geprüft. Außerdem erwog nach Medienberichten auch die US-Bank Goldman Sachs den Kauf von Karstadt. Den Berichten zufolge wollte Goldman Sachs aber nur dann ein Angebot abgeben, wenn der Insolvenzverwalter keinen anderen Käufer findet, der die Kette als Ganzes erhält.

Triton auf Übernahmen spezialisiert

Die 1998 gegründete Investmentfirma Triton ist nach eigenen Angaben auf Unternehmensübernahmen und Restrukturierungen im Industriegüter-, Dienstleistungs- und Konsumgüterbereich spezialisiert. Nach eigenen Angaben verfügt Triton zurzeit über ein noch nicht investiertes Fondsvolumen von rund 2,5 Milliarden Euro.

APN/AFP/DPA / DPA
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