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INSOLVENZ: Kirchs Gläubiger werfen Auge auf Formel 1

Das Schachern geht weiter: Die Bayerische Landesbank prüft zusammen mit zwei weiteren Gläubigerbanken der KirchGruppe die mehrheitliche Übernahme der Formel 1.

Die Bayerische Landesbank prüft zusammen mit zwei weiteren Gläubigerbanken der KirchGruppe die mehrheitliche Übernahme der Formel 1. Die Mehrheit könne in einem nächsten Schritt Gewinn bringend an die Autohersteller BMW, DaimlerChrysler oder andere weiterverkauft werden, hieß es heute in Finanzkreisen.

Damit wurde ein Bericht des »Handelsblatt« bestätigt. Allerdings gebe es noch keine konkreten Pläne, schränkte ein Finanzexperte ein. Zu dem interessierten Bankentrio gehörten neben der Landesbank die US-Institute JP Morgan Chase und Lehman Brothers.

Wie das »Handelsblatt« weiter berichtet, liegen die Formel-1-Anteile im verschachtelten Imperium des Medienpatriarchen Leo Kirch bei der Kirch Beteiligungs GmbH & Co KG, die noch nicht von der Insolvenz der Kirch Media betroffen ist. Allerdings rechneten unternehmensnahe Kreise für die kommenden Tage mit weiteren Insolvenzen innerhalb der Gruppe, die dann auch die Beteiligungs GmbH treffen könnten, heißt es.

Nach Informationen der US-Investmentbank Bear Stearns gehe es für die drei Gläubigerinstitute insgesamt um ein Kreditvolumen von 1,55 Mrd. Euro. Davon entfielen auf die Bayerische Landesbank 1 Mrd. Euro, auf Lehman 300 Mill. Euro und auf JP Morgan 250 Mill. Euro. Die beteiligten Banken gingen aber davon aus, für die Anteile an der Autorennserie mehr zu bekommen, als zur Rückzahlung der Kredite nötig wäre. Die zusätzlichen Erlöse sollen an die Kirch-Gruppe gehen. Der Verkauf der Formel-1-Anteile werde sich wohl bis zum Jahresende hinziehen, hieß es in Bankenkreisen.