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Weltgrößter Onlinehändler Jeff Bezos hört als Amazon-Chef auf – Konzern kündigt Nachfolger an

Jeff Bezos, Gründer und CEO von Amazon
Jeff Bezos, Gründer und CEO von Amazon
© Cliff Owen/AP / DPA
Der Internet-Gigant Amazon stellt die Weichen für einen Chefwechsel. In der zweiten Jahreshälfte will Jeff Bezos, der den Konzern vor über einem Vierteljahrhundert gründete, das Zepter weiterreichen.

Der weltgrößte Onlinehändler Amazon leitet einen Wechsel an seiner Konzernspitze ein. Unternehmensgründer Jeff Bezos wird den Vorstandsvorsitz im dritten Quartal 2021 an Andy Jassy abgeben, den Leiter des boomenden Cloud-Geschäfts. Das teilte Amazon am Dienstag nach US-Börsenschluss in Seattle mit. Zugleich legte das Unternehmen Zahlen für das vierte Quartal und das vergangene Geschäftsjahr vor, die die Markterwartungen weit übertrafen.

Amazon-Gründer Bezos: "Das ist die optimale Zeit für eine Übergabe"

Bezos wird aber als sogenannter Executive Chair weiterhin eine wichtige Rolle bei Amazon spielen. Genauere Angaben zum künftigen Aufgabenbereich machte Amazon nicht. Der Konzern sei derzeit so "erfinderisch" wie nie zuvor, erklärte Bezos. "Das ist die optimale Zeit für eine Übergabe." Jassy leitet derzeit die erfolgreiche Cloud-Computing-Sparte von Amazon, Amazon Web Services (AWS).

Andy Jassy abgeben, Leiter des boomenden Cloud-Geschäfts, soll Bezos' Posten als CEO übernehmen
Andy Jassy, Leiter des boomenden Cloud-Geschäfts, soll Bezos' Posten als Amazon-CEO übernehmen
© Isaac Brekken/ / Picture Alliance

In einem Memo an die Amazon-Mitarbeiter erklärte Bezos, dass es bei seiner Entscheidung nicht darum gehe, sich in den Ruhestand zu verabschieden. "Ich hatte noch nie mehr Energie", betonte der Konzernchef. In seiner zukünftigen Rolle als Verwaltungsratschef wolle Bezos seine Energie und Aufmerksamkeit auf neue Produkte und Initiativen ausrichten. Außerdem gewinne er so mehr Zeit für andere Projekte wie seine Stiftungen, seine Raumfahrtfirma Blue Origin oder die Zeitung "The Washington Post", die in seinem Privatbesitz ist.

Der 57-jährige Top-Manager gründete Amazon 1994 und baute das Unternehmen vom Online-Buchladen zum Billionen-Konzern auf. Mit einem geschätzten Vermögen von 188 Milliarden Dollar (155,4 Mrd Euro) ist Bezos derzeit dem "Bloomberg Billionaires Index" zufolge der zweitreichste Mensch der Welt.

Erstmals Umsatz-Marke von 100 Milliarden Dollar geknackt

In den drei Monaten bis Ende Dezember knackte Amazon beim Umsatz dank des Bestell-Booms in der Coronakrise und eines starken Weihnachtsgeschäfts erstmals die Marke von 100 Milliarden Dollar. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum legten die Erlöse um 44 Prozent auf 125,6 Milliarden Dollar zu. Den Nettogewinn konnte Amazon auf 7,2 Milliarden Dollar (6,0 Mrd Euro) deutlich mehr als verdoppeln. Im Geschäftsjahr 2020 verdiente der Konzern 21,3 Milliarden Dollar, was einem Anstieg um 84 Prozent und einer neuen Bestmarke entspricht.

Der Online-Gigant profitierte abermals stark von seinem Cloud-Geschäft mit IT-Services und Speicherplatz im Internet. Die vom zukünftigen Vorstandschef Jassy geführte AWS-Plattform, die von vielen Unternehmen und Apps genutzt wird, erhöhte den Quartalsumsatz um 28 Prozent 12,7 Milliarden Dollar und blieb damit etwas unter den Erwartungen. Das Betriebsergebnis kletterte derweil um 37 Prozent auf 3,6 Milliarden Dollar, woran klar zu erkennen ist, was für ein attraktiver Gewinnbringer Amazons Cloud-Flaggschiff weiterhin ist.

fs DPA AFP

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