Jungfernflug Airbus-Militärtransporter startet mit Verspätung


Um Jahre verspätet ist der graue Riese endlich abgehoben. Nachdem massive Triebwerks- und Gewichtsprobleme beseitigt wurden, konnte der Airbus-Militärtransporter A400M endlich zum Jungfernflug starten. Sieben Nationen wollen den Transporter kaufen.

Der Airbus-Militärtransporter A400M hat nach Jahren der Verzögerung am Freitag zu seinem Jungfernflug abgehoben. Die Maschine startete am Vormittag in Sevilla. Beim ersten Testflug waren zwei Piloten und vier Ingenieure an Bord. Der graue Riese hob bei klarem Wetter offenbar problemlos ab und zog in den spanischen Himmel.

Der Erstflug sollte ursprünglich schon vor Jahren stattfinden. Der A400M soll das veraltete Transportflugzeug Transall ersetzen. Die viermotorige Maschine kann anders als der Vorgänger beispielsweise Kleinpanzer, Soldaten oder Hubschrauber direkt von Deutschland nach Afghanistan fliegen. Ab 2013 sollen die Maschinen zur Truppe kommen.

Airbus liegt mit Kunden im Clinch

Für den Hersteller Airbus ist das Propellerflugzeug zu einem massiven Problem geworden. Das 2003 gestartete Programm hatte massive Probleme bei Triebwerken, Verkabelung, Software und Gewicht. Die sieben Käufer-Länder Deutschland, Belgien, Großbritannien, Frankreich, Luxemburg, Spanien und die Türkei haben insgesamt 180 Exemplare zum Festpreis von 20 Milliarden Euro bestellt, die Bundeswehr allein 60.

Es gibt derzeit Turbulenzen zwischen Airbus und den Kunden-Staaten, weil sich das Projekt verzögert hat und mehr kosten soll als geplant. Die Verzögerungen kosteten den Airbus-Mutterkonzern EADS bis zum Sommer bereits 2,3 Milliarden Euro, Fachleute sprechen von Kostenüberschreitungen von über fünf Milliarden Euro. Länder und Airbus verhandeln über einen Ausweg.

Zweifel an der Leistungsfähigkeit

Das viermotorige Flugzeug sollte nach ursprünglichen Plänen 25 Tonnen Fracht 5000 Kilometer weit fliegen können. Zuletzt kamen wegen der Probleme jedoch Zweifel an der Leistungsfähigkeit des Flugzeuges auf.

Die Leitung des Projektes liegt im Airbus-Werk in Sevilla. Dennoch werden auch in Deutschland Jobs durch den A400M gesichert, wie Airbus erklärte: Die Airbus-Werke in Bremen und Hamburg sind für Basis-Entwicklungen in der Aerodynamik verantwortlich. Bremen montiert rund 70 Prozent des Rumpfes. Der Standort Stade liefert für alle A400M das Seitenleitwerk und die Flügelschalen. Premium Aerotec in Nordenham, Varel und Augsburg baut die Kohlefaserverbundwerkstoffe für die Rumpf- und Flügelstruktur. An MTU-Standorten in München und Ludwigsfelde sowie bei Rolls Royce in Dahlewitz wird ein großer Teil der Triebwerke entwickelt und montiert. Insgesamt handelt es sich um 11.000 Jobs, so Airbus. Europaweit sollen sogar 40.000 Arbeitsplätze am A400M hängen.

AP/DPA AP DPA

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