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Kapitalerhöhung benötigt: Deutsche Bank braucht Milliarden

Um die Postbank zu übernehmen benötigt die Deutsche Bank frisches Geld in Milliardenhöhe - sogar mehr als von Experten erwartet. Die Börse reagierte irritiert. Der Aktienkurs des Geldinstituts sackte stark ab.

Die Deutsche Bank steht laut Zeitungsberichten kurz vor einer milliardenschweren Kapitalerhöhung. Die Frankfurter werden wahrscheinlich am kommenden Montag die Maßnahme im Volumen von acht bis neun Milliarden Euro bekanntgeben, berichteten die Financial Times, das Wall Street Journal und das Handelsblatt am Freitag unter Berufung auf Kreise. Derzeit liefen Gespräche mit Investmentbanken, die den Schritt begleiten sollen. Es wird erwartet, dass die Deutsche Bank die Mittel auch für die Mehrheitsübernahme der Postbank verwendet. Das Kreditinstitut wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.

An der Börse kamen die Spekulationen nicht gut an. Im späten Parketthandel schlossen die Titel der Deutschen Bank bei 47,48 Euro. Im Vergleich zum Schlussstand des Xetra-Handels war das ein satter Abschlag von 5,1 Prozent. Titel der Postbank hingegen legten um 4,6 Prozent auf 27 Euro zu. Die Geschichte sei zwar nicht neu, sagte ein Börsianer am Morgen. Das Volumen der Kapitalerhöhung sei aber riesig.

Mehrheitsübernahme der Postbank in 2012

Derzeit hält die Deutsche Bank knapp 30 Prozent an der Postbank. Im vergangenen Jahr hatten die Frankfurter mit dem zweiten Postbank-Großaktionär, der Deutschen Post, aber bereits die Mehrheitsübernahme vereinbart. Die Deutsche Bank zeichnete damals eine Pflichtwandelanleihe, die im Februar 2012 in 60 Millionen Postbank-Aktien eingetauscht werden könnte. Der Wandelkurs wurde bei 45 Euro festgesetzt. Aktuell notiert das Papier aber nur bei 26 Euro. Ein freiwilliges Angebot für den Post-Anteil von rund 27,4 Prozent zum aktuellen Zeitpunkt wäre deshalb deutlich günstiger.

Außerdem braucht die Deutsche Bank wie jedes andere Institut Geld, um die zu erwartenden höheren Kapitalanforderungen der Regierungen zu erfüllen. Auch hier spielt die Postbank-Übernahme eine Rolle, denn das auf Privatkunden spezialisierte Institut hatte den europäischen Banken-Stresstest nur knapp bestanden. Die Kernkapitalquote von 6,6 Prozent hatte nur 0,6 Prozentpunkte über dem Mindestwert gelegen. "Neben dem Kaufpreis muss die Deutsche Bank daher bei einer Übernahme auch frische Mittel in die Bank stecken. Daher wird sich die Deutsche Bank ausreichend frisches Kapital besorgen, um einen Puffer zu haben", sagte ein Bankexperte vom Analysehaus Fairesearch.

mre/DPA/Reuters / DPA / Reuters